Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Verbote / Aufforderungenana

Frage: Verbote / Aufforderungenana

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Hallo Frau Schuster! Mein Sohn ist nun 14 Monate alt und ignoriert derzeit eigentlich beständig alles, was man zu ihm sagt. Ob es nun ein Verbot ist, wie z.B. dass er nicht an den Blumentopf gehen darf, dass er bestimmte Schubladen nicht aufziehen darf, etc. - oder ob es eine Aufforderung ist wie z.B. mir etwas in die Hand zu geben oder ähnliche altersentsprechende Sachen. Er grinst mich meistens nur an und macht dann das Gegenteil. Aufforderungen kann ich ja nicht durchsetzen und ich meine es ja auch spielerisch. Aber wie ist das mit den Verboten? Was kann die Konsequenz sein? Wenn ich ihm sage, dass er z.B. nicht den Blumentopf ausräumen darf, weil ich sonst den Boden sauber machen muss und er dann in den Laufstall muss, dann nutzt das ja nichts. Er brüllt dann im Laufstall wie am Spieß und ich will ihm ja auch nicht eine Aversion gegen den Laufstall anerziehen (der Laufstall soll ja gerade keine Strafe sein, denn ich bin manchmal darauf angewiesen), genausowenig funktioniert damit ja aber auch: in den Hochstuhl setzen, alleine ins Kinderzimmer setzen. Ich bin ziemlich ratlos, wie ich es anstellen könnte, insbesondere die Verbote durchzusetzen. Und wie ist das mit den Aufforderungen? Ich dachte eigentlich immer, dass Babys/Kleinkinder große Freude daran haben, wenn sie bestimmte Sachen können und dann auch ausführen. Mein Sohn hat zwar schon etliches gelernt (etwas in die Hand zu geben, zu winken, zu zeigen, wie groß er ist), aber nach ein paar Malen ist das für ihn uninteressant und er macht es auch nicht mehr auf Aufforderung. Herzlichen Dank für Ihre Antwort! Jana


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Hallo Jana Ihr Sohn muß erkennen können, warum er Etwas nicht darf. Lassen Sie Ihren Erklärungen entsprechende Handlungen folgen und bieten Sie anschließend Ihrem Sohn eine Alternativ-Beschäftigung. Gehen Sie z.B. mit ihm gemeinsam zum Blumentopf um ihn zu "untersuchen" und um gleichzeitig zu informieren, dass die Blumen ohne Erde nicht wachsen können. Handeln Sie wiederholte Male in dieser Weise, wird er das Interesse an den Blumen genauso verlieren wie zu winken seine Größe anzuzeigen, usw. Bieten Sie ihm eine andere Möglichkeit zu matschen (Wasserschüssel im Bad, mit Ihnen zusammen Fingerfarbe, Knete...) Richten Sie ihm in jedem Raum eine eigene Schublade oder ein eigenes Regal ein, zu Dem Sie ihn mit einem erklärenden NEIN führen, wenn er an für ihn ungeeignete Dinge geht. Richten Sie eine Bitte an ihn, beugen Sie sich zu ihm in Augenkontakt herunter. Kommt er Ihrem Wunsch nicht nach, nehmen Sie ihn gelassen an die Hand und erledigen Sie den Auftrag gemeinsam. So werden Verbote und Aufforderungen (Wünsche) für alle Beteiligten stress-freier und (fast) ohne Zurechtweisung verständnisvoll angenommen. Friedliches Wochenende und: bis bald?


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