Mitglied inaktiv
liebe frau schuster! ich muß zuerst einmal ausholen um unser problem zu erklären. im vergangenen sommer war ich mit unserem zweiten kind schwanger,auf das wir uns alle sehr gefreut haben,besonders unsere tochter (jetzt 2 jahre und 9 monate alt). leider war die schwangerschaft von anfang an sehr problematisch, ich mußte die gesamte zeit liegen und war zwischendurch 3 wochen im krankenhaus. unsere tochter wurde während dieser zeit von meinen eltern betreut. in der 22 ssw starb unser baby . wir haben unsere tochter sofort in unsere "trauerarbeit" miteinbezogen,dh. z.B: wir haben gemeinsam den sarg bemalt,geschenke für unser baby mit hineingelegt,sie war mit auf der beerdigung und wir sprechen ganz offen mit ihr über unser totes baby. zur gleichen zeit wurden in unserem bekannten/freundeskreis 2 babys geboren und das war für unserer tochter schmerzlich. sie hat mir (und anderen) oft gesagt, daß diese frauen ein baby haben und unser baby ganz tot ist. 2 wochen nach der beerdigung wachte unsere tochter jede nacht durch alpträume auf und mittlerweile schläft sie höchstens 2 nächte pro woche durch. seitdem läßt sie mich auch nicht mehr aus den augen.sie will nur von mir ins bett gebracht werden, getröstet werden etc. und alleine bei ihren geliebten großeltern bleibt sie auch nicht. in ihre spielgruppe möchte sie auch nicht mehr ,obwohl ich ja mitgehen würde. vor 1 woche hat sie sich auch noch nach einem sturz eine platzwunde zugezogen, die genäht werden mußte und wurde prompt 2 tage später auch noch krank(fieber). ich glaube das ihr ganzes verhalten auf die schwangerschaft und den tod unseres baby zurückzuführen ist und verstehe sie und denke, daß es ihr recht ist auf diese weise zu trauern und zu verarbeiten. ich bin mir nur so unsicher, wie ich ihr noch mehr helfen könnte. sie hat angst davor, das ich weg sein könnte und ist manchmal im umgang mit vertrauten menschen auf einmal unsicher und ängstlich. wie kann ich ihr helfen? leider verstehen die meisten leute in unserer umgebung das alles nicht. sätze wie "ach die ist doch noch klein,die hat das doch gar nicht so mitbekommen" "das muß jetzt doch langsam mal wieder gut sein" (es ist gerade mal 2 monate her), habe ich mir schon desöfteren anhören müssen. außerdem verstehen einige nicht, das ich mit ihr nicht mehr die spielgruppe besuche.sie hat ihr eh nie besonders gefallen und warum sollte ich gegen ihren willen mit ihr dahin gehen? sie hat kontakt zu anderen kindern und vermißt diese gruppe gar nicht - ich übrigens auch nicht. außer dieser enormen anhänglichkeit, dem nächtlichen aufwachen (schläft bei uns aber auch sofort wieder ein) und der unsicherheit, ist sie ansonsten ganz "normal",bzw. so wie vor der schwangerschaft. viele grüße eva
Christiane Schuster
Hallo Eva Geben Sie Ihrer Tochter all´ die Nähe, die sie sich von Ihnen wünscht. Mit zunehmender Sicherheit wird sie von sich aus das Bedürfnis haben, wieder selbst auf Entdeckungsreise zu gehen, sodass sich die unmittelbare Nähe und Anhänglichkeit von ganz allein geben wird. Auch an Ihrem eigenen, mit Trauer erfüllten Verhalten wird Ihre Tochter feststellen, dass ihre Umgebung anders als gewohnt ist. Wen wundert`s da, wenn sie sich verstärkt Hilfe suchend an ihre vertrautesten Bezugspersonen wendet?- Mit 2Jahren können die Kleinen schon sehr bewußt die Stimmungen und Gefühle der sie umgebenden Menschen wahrnehmen! Lassen Sie Ihrer Tochter und sich Zeit die Trauer zu überwinden und mit den Tatsachen leben zu können. Nur Diejenigen können Ihren und den Schmerz des Kindes verstehen, die selbst sich in ähnlicher Situation befanden! Handeln Sie so, wie es Ihnen Ihr natürlicher Mutterinstinkt eingibt. Verurteilen Sie bitte aber auch nicht die sicherlich gut gemeinten Ratschläge Ihrer Mitmenschen. Sie wissen es nicht anders und wollen Ihnen "nur" helfen.- Liebe Grüße und: bis bald?
Mitglied inaktiv
ich habe meinen abschlußsatz und frage vergessen. unsere tochter hat doch genau wie wir ,so viele ängste,schrecken und trauriges erlebt und nun noch zusätzlich diese plazwunde und das kranksein, ist es da nicht verständlich, das sie sich nun so verhält? ich bin es müde, immer wieder ihre anhänglichkeit rechtfertigen zu müssen und bin gespannt auf ihre meinung und ihren rat. nochmals viele liebe grüße eva
Mitglied inaktiv
Liebe Eva, ich weiß nicht, ob euer Kind nicht noch zu klein war, um all das so intensiv mitzubekommen, aber Du als Mutter wirst sie am besten einschätzen können. Solche Sprüche wie "das muß doch nun langsam mal gut sein" finde ich absolut daneben, weil andere damit auch Dich treffen - und niemand die Trauer eines anderen "beurteilen" kann. Du hast schon ganz recht: Du mußt Dich nicht rechtfertigen. Es geht andere absolut nichts an, wie ihr mit diesem traurigen Erlebnis zurechtkommt. Laßt euch alle Zeit der Welt...und gerade Kinder wissen sehr genau, wann sie sich wieder gut fühlen, unabhängig von den Zeitvorgaben unserer Gesellschaft, die zwar hervorragend über Sex sprechen kann, aber mit dem Tod am liebsten nichts zu tun haben will, weil er ihnen Angst macht. Alles Liebe für euch, Marie
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