Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

schlagender 2jähriger und superfrustrierte Mutter (deswegen langer Text)

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Frage: schlagender 2jähriger und superfrustrierte Mutter (deswegen langer Text)

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Hallo Frau Schuster und Ihr anderen Mütter! Ich bin heute ziemlich frustriert und muß das mal loswerden. Mein Sohn (2 Jahre und 2 Monate) schlägt seit einiger Zeit ohne Grund andere Kinder und manchmal auch uns - mal mit, mal ohne Spielzeug in der Hand. Natürlich finden wir das überhaupt nicht i.O.! Zuerst haben wirs mit Ignorieren versucht, das aber ziemlich schnell wieder aufgegeben und sind zum liebevollen bis strengen Ermahnen und Schimpfen übergegangen. Wenn nötig, nehmen wir ihn auch vom betroffenen Kind weg, aber meistens reicht ein ernstes Wort. Besonders schlimm scheint es zu sein, wenn wir nicht da sind. (Oder das Elternpaar, das uns dann bis jetzt 2 Mal erzähll hat, daß unser Sohn schlägt, empfindet es so und stellt es dementsprechend dar.) So war es heute morgen wieder: Sohni war in einer Kindergruppe, wo er ca 1,5 Stunden von anderen Eltern betreut wurde, wir waren nicht da. Als ich ihn abholte, wurde ich dann darüber informiert, daß er wieder 2 Kinder (u.a. auch ihres) geschlagen hätte, z.T. auch mit einem Siku-Auto, und dass das ja nicht ginge. Dem stimme ich voll und ganz zu, aber (und das ist es was mich heute abend immer noch frustriert) bei mir kam es so an, als würde ein böswilliger Angriff von unserer Familie auf die andere Familie stattfinden, ausgeführt von unserem 2jährigen. (War aber vielleicht gar nicht gemeint, sondern wurde evtl. nur von meiner gekränkten Mutterehre so aufgefaßt.) Wir müßten mal andere Konsequenzen ziehen, war die Antwort, als ich sagte, daß wir unseren Sohn ja schon ermahnen und ihm sagen, daß es so nicht geht. Aber was bitteschön? Soll ich ihm die Hand abhacken???? Als eine Konsequenz wurde dann vorgeschlagen, daß er evtl. nicht mehr mit ihrem Sohn spielen dürfte. Ich muß jetzt noch mal nachfragen, ob SIE es ihm dann verbieten wollten oder ob WIR das als Konsequenz androhen und durchziehen sollten - das habe ich nicht richtig verstanden. In die Richtung geht meine Argumentation ja auch immer: Dass bald keine Kinder mehr mit ihm spielen mögen, wenn sie von unserem Sohn geschlagen werden. Zu allem Überfluss sind besagte Eltern auch noch unsere Nachbarn und die Jungs spielen eigentlich sehr gern gemeinsam. Und unsere Nachbarschaft ist auch völlig in Ordnung und gut bisjetzt, da möchte ich keinen Streit über Erziehung vom Zaun brechen, zumal ich das sowieso nicht gut kann und eher nachgebe und Frust in mich hineinfresse als mich in Konflikte zu stürzen. Aber jetzt, da ich Mutter bin, werde ich das auch nicht mehr immer so machen (können, wollen), sondern die Löwenmutter in mir wecken! Nochmal zum Verhalten meines Sohnes: Er ist keineswegs aggressiv und er schlägt auch nicht fest zu. Ich denke, oft ist es auch einfach Übermut oder Spiel oder ein Grenzen austesten bei den anderen Kindern. Ich wollte das auch nicht überbewerten und habe gehofft, daß es eine Phase ist, die mit etwas Maßregelung wieder vorüber geht. (Unsere Nachbarn sind da etwas strenger als wir in der Erziehung, aber ich möchte einfach kein Kind, das immer nur angepasst ist. Und ich finde auch, daß kein Kind immer funktionieren kann, wir Erwachsenen tun es ja auch nicht. - Natürlich ist Schlagen nicht mehr akzeptabel, das sehe ich ja auch so!) Und in der Kindergruppe heute morgen deute ich sein Verhalten als Unsicherheit. Er geht zwar schon länger dort hin, kennt auch die Kinder, aber die Betreuungspersonen nicht so gut (wechselt jeden Sonntag). Manchmal ist es auch ziemlich wuselig und laut, das mag er auch nicht. Bislang sind wir auch oft noch mit ihm dagegeblieben, zumindest eine Zeit lang, aber seit einigen Wochen geben wir ihn konsequent ab, verabschieden uns und sagen, daß wir ihn nachher wieder abholen. Wahrscheinlich steckt er diese Trennung (auch wenns nur max. 1,5 Stunden sind) noch nicht so gut weg, obwohl wir langsam darauf hin gearbeitet haben. Sonst ist fast immer einer von uns Eltern für ihn da, aber ich denke, so langsam muß es auch mal für kurze Zeit ohne uns gehen. Jedenfalls glaube ich, daß er seine Unsicherheit in der Kindergruppe durch Schlagen äußert, damit sich dann jemand um ihn kümmert, mit ihm spielt und ihn von seiner Einsamkeit ablenkt. So, ich mußte einfach mal meinen Frust loswerden (vielleicht klärt ein nachbarliches Gespräch auch noch so einiges. Und ich möchte noch mal deutlich machen, daß ich nicht gekränkt bin, weil mir jemand gesagt hat, daß mein Sohn schlägt und dass das so nicht geht. Es ist vielmehr die Art des Gesprächs gewesen). Vielleicht hat ja sonst noch jemand ein paar Tipps im Umgang mit schlagenden Zweijährigen, die es (in den Augen ihrer Mutter) aber nicht böse meinen. Jetti


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Hallo Jetti Ganz sicher meint Ihr Sohn es nicht böse!- Das Schlagen kann für ihn eine Art sich auszudrücken bedeuten, da er noch nicht weiß, welche Mittel ihm sonst noch zur Verfügung stehen um seine Wünsche mitzuteilen. Halten Sie die Kinder von ihm fern, bzw. werden sie von ihm fern gehalten, lernt er nicht, Konflikte von sich aus zu lösen sondern wird ihnen auch später aus dem Weg gehen; und Das ist sicher genau das Gegenteil von Dem, was Sie anstreben.- Schlägt er, sollten Sie ihm -wie alle übrigen Betreuer auch-eine Alternative zum Schlagen aufzeigen. So kann mit dem "Rivalen" ein gemeinsames Spiel begonnen werden, ein Abwechseln mit den von beiden Kindern gewünschten Spielzeugen oder ein Tausch. Statt die Beiden voneinander zu trennen, sollten Sie sich Beiden liebevoll und erklärend zuwenden. Sicherlich möchte Ihr Sohn ja auch nicht von dem anderen Kind geschlagen werden!- Das Erlernen eines angemessenen Sozialverhaltens gelingt aber nur, wenn man es den Kindern vorlebt. Schaffen es die anderen Mütter nicht, mit Ihnen ein sachliches Gespräch zu führen über Verhaltensweisen der Kinder, wie sie bei vielen 2Jährigen auftreten, sollten Sie das Gespräch zu den Müttern suchen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und müssen noch viel, viel lernen.- Nur Mut und: bis bald?


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