Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Ist Blut dicker als Wasser?

Frage: Ist Blut dicker als Wasser?

Mitglied inaktiv

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Hallo Frau Schuster, im September letzten Jahres bin ich mit den 2 Männern meiner Schwägerinnen (beides Schwestern meines Mannes) aneinandergeraten. Mein Sohn (4) hatte Zwiebeln vom Balkon einer Schwägerin geworfen, während meine Schwäger in der Küche neben dem Balkon waren. Ich hatte Ihnen deswegen bereits geschrieben. Meine Konsequenz war damals, daß ich gesagt habe, solange die beiden Männer dies nicht mit mir klären, werde ich nirgendwo mehr hingehen, wo sie "Hausrecht" haben. Einfach nur, um mich und meinen Sohn davor zu schützen, noch einmal von ihnen verbal so attakiert zu werden. Es ging damals so weit, daß sie mir vorwarfen, ich würde mein Kind nicht erziehen, ich würde ihn immer in Schutz nehmen, er würde mich schon betrügen (ein 4jähriger!) und am Ende wurde ich sehr barsch aufgefordert zu gehen, wenn ich das nicht verstehen würde. Die Situation war für mich sehr demütigend. Ich ging, mit einem weinenden Kind an der Hand und einem Ehemann neben mir, der während der Auseinandersetzung im Wohnzimmer saß und überhaupt nicht wußte, warum ich fluchtartig die Feier verlassen wollte. Bis heute haben meine Schwäger nicht mit mir über diesen Vorfall gesprochen. Eine Schwägerin kommt regelmäßig um ihren Neffen zu sehen, die andere schimpft wie ein Rohrspatz gegen mich, ich würde die Familie spalten, alle müßten meinetwegen leiden und ich wäre ja sowieso unmöglich. Heute hat sie mich angerufen um zu reden. Sie selber war damals nicht anwesend bei der Auseinandersetzung. Sie hat nur mitbekommen, wie ich völlig aufgebracht gegangen bin. Über 80 Minuten haben wir telefoniert und das, was sie mir gesagt hat ist: ich wäre eine sehr schwierige Person; keiner käme mit mir klar; ich wäre dafür verantwortlich, daß ihre Mutter fast jeden Abend weint (ihre Mutter hatte damals die Feier kurz nach mir verlassen, weil sie den Streit mitbekam und das Verhalten meiner Schwäger unmöglich fand); wären wir nur Bekannte, dann würden sie den Kontakt zu mir sowieso abbrechen und außerdem wolle sie, daß unser Sohn wieder zu ihnen kommen darf. Er hätte schließlich nichts mit der Angelegenheit zu tun. Mir ist bzgl. "Kontakt abbrechen" und "sie will meinen Sohn sehen" fast die Sprache weggeblieben. Wenn meine Schwägerin nicht die Dreistigkeit in Person ist, dann bin ich reif für die Anstalt. Es kann doch nicht sein, daß sie den Anspruch erhebt, Kontakt zu meinem Sohn haben zu wollen und mir gleichzeitig sagt, daß sie mit mir überhaupt nichts zu tun haben wollen. Mein Mann, der die Auseinandersetzung nicht mitbekommen hat, akzeptiert meine Entscheidung seine Schwestern nicht zu besuchen, solange die Männter demonstrieren, daß ihr Verhalten okay war. Wäre es ein Zeichen von Größe, meinen Sohn zu Menschen zu geben, die überhaupt nichts von mir halten? Ich habe eher das Gefühl, daß mir dafür der Hang zum Masochismus fehlt. Wie kann sie ernsthaft von mir erwarten, daß ich ihr meinen Sohn anvertraue? Sie sagt, er könne doch kommen, ich könne ja wieder gehen, wenn ich nicht bleiben will. Sorry, daß es so lang geworden ist. Marion


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Hallo Marion Zeigen Sie Größe, indem Sie die Verwandten gemeinsam zu sich zu einem Kaffee, gemütlichen Bier o.Ä. bitten um sich mal wie erwachsene und vernünftige Menschen zu unterhalten und um sich selbst, wie allen Anderen Klarheit zu verschaffen. Sicherlich war der Streit um die heruntergeworfenen Zwiebeln nur ein auslösendes Moment, aber nicht die Ursache für diese Unstimmigkeiten. Bringen Sie auch ganz klar, aber möglichst diplomatisch zum Ausdruck, dass Ihnen Ihr Sohn und Ihr Mann verständlicher Weise näher stehen als alle anderen Familienmitglieder und dass Sie unter einer Großfamilie mindestens eine gegenseitige Akzeptanz voraussetzen, da Keiner von Ihnen sich die Familie im Gegensatz zu Freunden aussuchen kann. Geben Sie liebenswürdig zu verstehen, dass entweder die Kleinfamilie gemeinsam akzeptiert werden muß oder aber es muß auf Sie alle Drei verzichtet werden.- Sprechen Sie in jedem Fall diese Vorgehensweise vorher mit Ihrem Mann ab, damit Sie sich einig über die evtl. Konsequenzen sind. Schaffen Sie Klarheit, da es sonst immer wieder zu zermürbenden Situationen kommen wird. Viel Glück und: bis bald?


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Hallo Marion :-) Also ich würd das mit Sicherheit nicht machen . Ich würde mein Kind doch nicht zu einer Person bringen die mir sowas vor halten würde .Hinterher fängt sie noch an "schlecht" über dich in gegenwart deines Sohnes an zu sprechen. Ich würde aber trotz allen versuchen mit ihr über die ganze Angelegenheit zu sprechen ( es sind immerhin Verwandte ). Solche Leute sind einfach unmöglich !!!!!!


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Hallo Marion ! Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Wir haben es einfach so gemacht, daß wir uns an einem neutralen Ort, an dem niemand das "Hausrecht" hat, getroffen haben. - Vielleicht auf dem Spielplatz, im Hallenbad, beim Eis essen,... Alleine würde ich mein Kind vorerst nicht zu ihr lassen, denn dabei hätte ich ein ungutes Gefühl. Mach es gut, Angela !


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Hallo Angela, ich kann mich den beiden nur anschliessen. Denn auch ich würde in so einem Fall meine Kinder nicht solchen Personen anvertrauen. Ob verwant oder nicht. Ich denke, es geht in erster Linie darum, dass Ihr euch alle wieder einig werdet und der Familienseegen wieder in Ordnung kommt. Wie man sich über so was überhaupt aufregen kann, wenn ein Kind Zwiebeln vom Balkon schmeisst, verstehe ich auch nicht. Frag sie (oder die Mutter deiner Schwäger) doch einfach mal, wie sie in dem Alter waren. Ich könnte wette, die waren auch nicht gerade die Vorzeigeburschen. Im übrigen finde ich das Verhalten doch etwas kindisch von ihnen. Herrgottnochmal, es sind doch Erwachsene Männer!! Oder etwa nicht ??? Haben die auch Kinder? Wenn nicht wird es höchste Zeit dafür. Dann wissen die nämlich auch, wie es heutzutage ist, ein Kind zu erziehen. Nämlich anders als zu ihrer Zeit. Tja, die Zeiten haben sich eben geändert. Wir haben Zwillinge mit fast 5 Jahren und eine Tochter mit 2 Jahren. Wenn die mal bei uns wären, wären die am Abend reif für die Klappse. Das heisst jetzt nicht, dass wir unsere Kinder antiautoritär erziehen. Wir lassen unseren Kindern einfach ein bisschen Freiraum den wir als Kinder nicht hatten. Im übrigen lässt es sich auch nicht vermeiden, wenn sie im Kiga sind, dass da doch einiges an Gehabe mit nach Hause gebracht wird und an den Erwachsenen getestet wird. In diesem Alter haben sie eben den Drang, zu testen, wie weit sie gehen können. Also ich würde mich nicht mehr darüber aufregen und wenn deine Schwäger/-innen das nicht akzeptieren, würde ich auf jeden Fall eine Funkpause einlegen bis sie wieder zu sich gekommen sind!! Ich wünsche euch gute Nerven und einen SCHÖNEN Sonntag. Lasst euch nicht unterkriegen!! LG ELKE


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