Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Hilferuf!!

Frage: Hilferuf!!

Mitglied inaktiv

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Hallo allerseits! Ich bin so verzweifelt und mit meinen Kräften echt schon am Ende! Grund dafür ist mein Sohn (31 Mon.). Er steckt grad in einer extrem mühsamen rebellischen Phase, die uns allen das Leben manchmal ziemlich schwer macht (und er sich selbst auch!). Seit ein paar Wochen bin ich froh über jeden Tag, jede Stunde, die ich mit ihm hinter mich gebracht habe, und atme erleichtert auf, wenn er endlich im Bett liegt und Ruhe gibt. Eigentlich sollte einem ein Kind nur Freude, Liebe und Glückseligkeit machen, aber seitdem er sich so verändert hat, hab ich oft ganz und gar nicht liebevolle Gefühle ihm gegenüber und schimpfe und schreie viel häufiger als ich lieb mit ihm rede. Aber er gibt mir auch alle paar Minuten Gelegenheit bzw. die Pflicht, ihn zurechtzuweisen, auszuschimpfen und anzuschreien. Wirkung gleich Null, aber ich kann das doch nicht alles stillschweigend tolerieren und ihn machen lassen, was er will, sprich hauptsächlich seine Schwester (16 Mon.) quälen und bis auf`s Blut sekkieren! Ich weiß echt nicht mehr, was ich machen soll und bin zuweilen ganz schon desperat und hoffnungslos, was eine harmonische Zukunft mit meinem Sohn betrifft! Nichts hilft, weder liebevolles Zureden und Erklären (wie in Erziehungsratgebern steht mit ruhiger, aber fester Stimme, anfassen, festhalten, Augenkontakt suchen), noch anschreien, schimpfen, Tachteln, Finger- und Po-Klapse austeilen oder die vielgepriesenen "Aus-Zeiten" in einem seperaten Zimmer. Auch Strafmaßnahmen a la geliebtes Spielzeug eine zeitlang wegsperren haben überhaupt keinen Erfolg. Ich kann machen, was ich will, es hat alles keinerlei Wirkung auf sein Verhalten - im Gegenteil, es macht es nur mehr schlimmer. Wenn er (in letzter Zeit meistens mehrmals täglich) leichte Ohrfeigen oder dergleichen einstecken muß, läßt er es vermehrt an seine schwächere Schwester aus, stößt sie um oder haut ihr mit einem Spielzeug auf den Kopf, bis sie brüllt wie am Spieß. Das passiert gleich nach dem Aufstehen in der Früh und endet erst mit dem Schlafengehen. Spätestens 30 Sek., nachdem ich die beiden allein lassen, quält er seine Schwester!. Sie schreit jetzt schon oft los, wenn er nur auf sie zukommt oder sie gar umarmt (auch, wenn es einmal liebevoll gemeint war). Sie hat sichtlich Angst vor ihm und ist jeden Tag nervös und ständig in Alarmbereitschaft, wenn Flo in ihrer Nähe ist. Man merkt richtig den wohltuenden Unterschied, wenn die Kleine wach ist und er noch schläft - da ist sie ein richtiger Engel! Keine Spur von Nervosität, kein ohrenbetäubendes Kreischen und Schreien, keine Schmerzen - sie ist ruhig, ausgeglichen und beschäftigt sich viel mehr alleine. Ich hab sie momentan glaub ich schon ein wenig lieber als ihren Bruder, weil sie niemandem etwas Böses tut und so ein süßer Frosch ist, im Gegensatz zu ihrem Bruder, der so oft grob ist, und neben seiner Schwester auch seinen Papa und mich manchmal haut. Man erlebt immer weniger Schönes mit ihm als Anstrengendes, was ich so schade finde! An manchen Tagen, wenn er wieder mal extrem schlimm war, bin ich einem Nervenzusammenbruch und den Tränen nahe, weil ich diese Situation einfach untragbar und kaum auszuhalten empfinde. Ich wollte nie so eine Mutter sein, die ihr Kind schimpft, anschreit und haut, und jetzt bin ich genau so eine. Aber nicht weil ich es richtig finde, sondern weil ich mir anders nicht zu helfen weiß. Er folgt keine Spur, stellt seine Ohren bei einer Moralpredigt einfach auf Durchzug und macht genauso weiter wie vorher. Es ist, als würde ich gegen eine Wand reden. Oft, wenn ich grob zu ihm war, tut es mir hinterher leid, ich schäme mich dafür und manchmal entschuldige ich mich auch bei ihm. Ich finde diese Erziehungsmethode ganz und gar nicht gut und merke auch, daß sie nicht viel Wirkung hat, aber es ist wahrscheinlich auch eine Art Ventil für mich, meinen ganzen Frust und Zorn auf ihn abzulassen. Der kleine Kerl tut mir ja auch leid! Er will ja auch nur liebevoll und zärtlich behandelt werden, wie jeder Mensch, aber er provoziert uns meistens bis auf`s Blut. Ich weiß nicht, ob und wann er sein Verhalten wieder ändern wird, aber ich glaube irgendwie ganz fest daran, daß der Eintritt in den Kindergarten etwas Positives bewirken wird. Dort kann er auch nicht alles machen, was er will und wird merken, daß die anderen Kinder ihn einfach meiden werden, wenn er sich so aufführt. Meine einzige Angst ist nur, daß er so schnell zu einem Außenseiter wird, wenn er grob zu anderen ist, und es vielleicht nicht checkt, daß er sich ändern muß, um beliebt bei den anderen zu sein und Freunde zu gewinnen. Ich hoffe so sehr, daß er das einsieht, bevor niemand im Kiga noch etwas von ihm wissen will! Baki meint, ich übertreibe da, und es wird sich schon alles zum Positoven wenden... Na, wir werden sehen - falls ich das nächste halbe Jahr überhaupt überlebe! Lena und ich werden jedenfalls heilfroh sein, wenn Julian im Kindergarten ist, und ihm gefällt`s bestimmt auch riesig! Aber was soll ich bis dahin nur tun? LG, eine verzweifelte und sich-selbst-hassende Michelle


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Hallo Michelle Haben Sie schon mal mit Ihrem Arzt über eine Mutter-Kind-Kur nachgedacht? Mir scheint, dass Ihre Nerven ganz schön am Ende sind. Ihr Sohn spürt Ihre innerliche Verfassung und meint es sicherlich nicht böse, wenn er immer wieder seine eigenen Grenzen austestet, die Sie ihm auf Grund Ihrer Überbelastung wahrscheinlich nicht konsequent setzen können. Um Ihren Sohn ein wenig von seiner Schwester abzulenken, sollten Sie oft mit ihm auf den Spielplatz o.Ä. gehen, damit er sich dort so richtig austoben kann und zu Hause dann entsprechend ruhiger wird. Vielleicht können Sie ihm sogar die Teilnahme an einer Sportgruppe ermöglichen? Wecken Sie in ihm zusätzlich den Stolz, der große Bruder sein zu dürfen, der schon so viel mehr kann und auch darf als seine kleine Schwester. Laden Sie auch mal 1-2 gleichaltrige Kinder zu sich nach Hause ein und machen Sie konkrete Spielangebote, sodass Sie selbst einmal zur Ruhe kommen. Je mehr Sie Ihrem Sohn Ihren eigenen Ärger zeigen und ihn sogar anschreien, umso angeregter wird er sich fühlen die Grenzen weiter zu testen. Vielleicht kann Baki sich verstärkt um Julian kümmern, während Sie sich mit Lena auch mal für ein paar Stunden "absetzen" können?- Halten Sie durch und: bis bald?


Mitglied inaktiv

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Hallo Michelle Reden wirkt manchmal wunder:-) Wenn du lust hast gib mir doch deine e-mail-Adresse. (ich kenne das problem) liebe Grüsse Ute


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