Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Hilfe!(lang,sorry..)

Frage: Hilfe!(lang,sorry..)

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Wir haben einen 3 3/4-jährigen Sohn, der unerträglich ist. Er ist (seitdem er 1 1/2 ist...) ständig unzufrieden. Er ist auch wirklich pausenlos: bockig, quengelig, provoziert uns ständig, schreit wütend, hat ständig vor irgendetwas Angst, spielt fast nie alleine und kann auch mit anderen Kindern nicht spielen. Er rennt vor zweijährigen auf dem Spielplatz heulend davon oder kreischt sie wütend an, wenn ihm was nicht paßt. Er haut aber nie ein Kind und kann sich überhaupt nicht wehren. Er ist auch eigentlich kein lebhaftes Kind, sondern eher ruhig (von der Motorik her). Aber er redet und redet pausenlos. Wir haben noch eine 17 Mon. alte Tochter, die "ganz normal" ist, und die laufend zu kurz kommt. (Eifersucht ist sicher nicht Hauptauslöser, weil es schon vor ihrer Geburt so war.)Es gibt kaum eine Situation, die mit ihm erträglich ist. Ich gebe mir seit je her Mühe, vernünftige Grenzen zu ziehen ("Jedes Kind kann Regeln lernen.." läßt grüßen) and andererseits ihm noch genug Freiraum und auch Aufmerksankeit zu geben. Wenn ich was mit ihm zusammenmache, geht es (aber selbst dann werde ich noch provoziert...). Er will nie was alleine machen und schon garnicht mit anderen Kindern. Im Kindergarten war es so schwierig, daß ich ihn rausnehmen mußten. Natürlich war ich schon bei div. Beratungsstellen und sogar bei einem Spezialzentrum für Neurologie und bei einer Entwicklungspsychologin. Aber überall das Gleiche. Sie gucken ihn sich einmal an, finden ihn normal, vielleicht ein wenig sensibel- und das wars. Erziehungsratschläge könne man mir wirklich nicht geben. Ich bin so frustriert... In diesen "Testsituationen" mit einer erwachsenen Person, die sich ihm 100% widmet, benimmt sich mein Sohn auch o.k.. Das ist die einzige Situation, die ihm liegt. Bei dem IQ- Test (der ist gerade gemacht worden,) war er sogar sehr gut für sein Alter, aber eine echte Wertung gab es natürlich noch nicht, er ist noch zu jung.Das fand er total spannend, er wollte direkt nochmal hin. Auch seine Sprache sei gut. Aber ich finde, er redet eine Menge eigenartiges Zeug, auch wenn er ganz normal reden kann, wenn er will. Außerdem interessiert er sich hauptsächlich für Zahlen, seinen LÜK- Kasten, Sachbücher u.ä..Ich finde irgendwie keinen Zugang zu diesem Kind, auch wenn ich ihn sehr liebe und er mich auch, das merke ich. Ich würde ihm (und unserer Familie) so gerne helfen. Haben Sie vielleicht irgendeine Idee, was bei uns los ist? Oder sonst jemand aus dem Forum? Bin für jede Idee herzlich dankbar, auch für Kritik... Grüße von Bonnie


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Hallo Bonnie Das Wichtigste ist, dass Sie Ihrem Sohn nicht zeigen, wie sehr er Ihre Nerven strapaziert. Vielleicht ist er häufig bockig und streitsüchtig, weil er sich über sich selbst ärgert und selbst nicht weiß, was er eigentlich will? Überlegen Sie mal mit ihm gemeinsam, welche Dinge er besonders gern mag. Lassen Sie ihn dann an einer entsprechenden Interessengruppe teilnehmen, wie Schwimmverein, Sportgruppe oder musik. Früherziehung. Dort kann er sich gezielt austoben, sein Selbstwertgefühl wird gesteigert, da seine pers. Stärken hervorgehoben werden und er erhält Anerkennung, was m.E. nach sehr wichtig für ihn ist, da er momentan auf Grund seines Verhaltens häufig als Störenfried angesehen wird. Alles Gute und: bis bald?


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aber... es tut mir leid, daß sagen zu müssen, aber man hat fast das Gefühl, wenn man deinen Text liest, daß du deinen Sohn inzwischen regelrecht haßt und das Gefühl hast, er will dich vorführen, wenn er vorm therapeuiten auf einmal brav ist. Vielleicht schaukelt sich vieles auch sehr hoch, weil du ihm gegenüber nur noch negative Gefühle hast und er das spürt. Es kann schon sein, daß er sich mit gleichaltrigen Kindern langweilt, und wenn er sehr intelligent ist, unterfordert ihn das vielleicht. Klar, deine Tochter braucht auch ihre Aufmerksamkeit -- wie wäre es denn, wenn du ihm kleine aufgaben stellst, die er alleine zu lösen hat (zum Beispiel etwas aus dem keller holen, was so und so aussieht, was du dringend brauchst, aber alleine nicht mehr finden kannst und deshalb dringend seine hilfe brauchst), und für die du ihn dann überschwenglich lobst, wenn ers geschafft hat. Oder wenn du es zu organisieren versuchst, daß er mit älteren (!!!) Kindern spielen kann, ihn in einer Malschule anmeldest, oder zur musikalischen Früerziehung oder sport. Auf dem Spielplatz ist er vermutlich gereizt, weil es ihn langweilt.


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Liebe KarenP, vielen Dank für Deine Antwort. Das mit den älteren Kindern ist wirklich keine schlecht Idee. Auch ihm Aufgaben zu geben ist sicher keine schlechte Sache. Aber es scheitert einfach oft an meinen Nerven, das gebe ich zu. Hassen tu ich mein Kind sicher nicht, aber es ist einfach mega super stressig mit ihm. Ich weiß nicht, ob Du stressige oder pflegeleichte Kinder hast... Aber meine Kraft ist einfach manchmal am Ende. Das hat aber nichts mit meinen Gefühlen für meinen Sohn zu tun. Ich gebe einfach nur zu, daß ich manchmal echt extrem überfordet mit diesem Kind bin. Aber ich suche weiter nach Lösungen und werde auch versuchen, Deine Tips mal umzusetzen. Danke für die Tips und alles Gute für Dich, Bonnie


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Liebe Frau Schuster, Danke für Ihre Antwort! Die Interessen meines Sohnes mehr zu fördern, ist eine gute Idee. Ich habe das auch schon ausprobiert. Aber das scheitert dann oft daran, daß auch noch andere Kinder da sind, und dann benimmt er sich voll daneben. Er hat oft regelrecht Angst vor den anderen Kindern. Nur mit Erwachsenen, die sich voll um ihn kümmern, benimmt er sich einigermaßen "normal". Ich denke auch, daß er sich so benimmt, weil es ihm selbst nicht gut geht. Er ist oft unglücklich, traut sich nichts zu. Ich würde ihm gerne helfen, aber ich weiß ofn nicht wie. Ihm nicht zu zeigen, wie genervt ich bin, das ist nicht leicht. Ich gebe mir Mühe, aber ich schaffe es oft nur ein paar Stunden lang- und irgendwann bin ich dann "weichgekocht". Ich habe ja auch noch andere "Verpflichtungen" (Haushalt, Baby etc.). Dann werde ich auch mal ungehalten, so sehr ich mir Mühe gebe, das zu vermeiden. Einstweilen vielen Dank für Ihre Antwort, Bonnie


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Hallo Bonnie, ich "hätte" das Problem wahrscheinlich auch, wenn ich ein zweites Kind hätte,aber Lucia hat das Glück (oder Pech), daß ich mich eben ausschließlich mit ihr beschäftige, wenn ich von der Arbeit komme. Vielleicht kannst du ja auch mal versuchen, deinem Sohn zu sagen, daß er dich, weil er der ältere ist gaaaaaaanz lange für sich allein hatte, und deine Tochter nie,und daß sie sich das sicher auch sehr wünscht, daß du mal Zeit nur für sie hast. Sag ihm doch mal, daß er auf sie aufpassen "darf" weil er schon so groß ist und du dich auf ihn verläßt. (Kannst ja das Babyphon angeschaltet lassen) und in der nähe, aber außer sichtweite was für dich machen. Baden, z.B. Viel Glück :-)


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