Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter.....

Anzeige rewe liefer-und abholservice
Frage: Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter.....

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Frau Schuster! ich weiß mir keinen Rat mehr, meine Tochter ist 23 Monate und ich bin in der 37. SSW. Seit ca. 14 Tagen ist meine Tochter nur noch zickig und frech. Sie macht Sachen, von denen sie genau weiß, das sie es nicht darf. Sie schubst und haut andere Kinder, schmiert an den Fensterscheiben oder mit ihrem Essen rum, ist immer gleich bockig und lässt sich nur schwer für etwas begeistern. Sie schreit förmlich nach Aufmerksamkeit, obwohl sie davon mehr als genug hat, ich bin den ganzen Tag zu hause, meine beste Freundin kümmert sich viel und macht mit ihr die Sachen, die ich z.Zt. auf Grund der Schwangerschaft nicht kann. Zweimal wöchentlich kommt unsere Haushaltshilfe, zu der sie auch ein sehr gutes und herzliches Verhältnis hat, und spielt zwischen durch auch ausgiebig mit ihr. Trotzdem kann meine Hebamme mich bei uns zu hause nicht mehr in Ruhe betreuen, weil Manja ständig nur blödsinn macht wenn ich mal still auf dem Sofa liegen muß um mich behandeln zu lassen. Letzte Woche war jemand von unserer Kirchengemeinde bei und um mit mir ein Interview zu führen, sie hat mit aller Macht versucht die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, als es mit tanzen, laut singen und herumhüpfen nicht klappte, hat sie dem Herren einen Ball an den Kopf gedonnert. Mir war es natürlich aüßerst peinlich und muß mich jeden Tag mehr beherrschen die Fassung zu behalten und nicht völlig auszuflippen. Ich habe Angst, daß mir wenn das noch lange so weiter geht bald doch mal die Hand ausrutscht. Woran könnte diese plötzliche Veränderung liegen? Ist es jetzt schon die Eifersucht auf´s Geschwisterchen? Wie soll es denn dann werden wenn das Kind ein paar Tagen zu Welt kommt? Ich hoffe, das sie mir mit ein paar Tips weiter helfen können. Für Antworten anderer Mütter bin ich auch sehr dankbar, vielleicht kennt ja noch jemand diese Situation und hat bereits wieder da raus gefunden. Viele Grüße Lynn


Beitrag melden

Hallo Lynn Ihrer Beschreibung nach scheint Ihre Tochter genau zu spüren, dass sich in ihrem Alltag irgend Etwas verändert hat und auch noch weiterhin verändern wird. Da sie keine Erklärung dafür hat, fühlt sie sich total verunsichert und wendet sich hilfesuchend an Sie, wobei sie genau weiß, dass sie mit ihrem momentan recht provozierenden Verhalten umgehend Ihre Aufmerksamkeit erhält.- Beteiligen Sie sie so weit wie möglich an der Schwangerschaft. Schauen Sie sich mit ihr gemeinsam auf dem Sofa kuschelnd Bilder von Babys an, lassen Sie sie an Ihrem Bauch horchen und ihn streicheln und lassen Sie sich von ihr "helfen" die Strampler, das Bettzeug, usw. für das Baby auszuwählen. Ist die Hebamme bei Ihnen, geben Sie ihr eine konkrete Beschäftigungsmöglichkeit und loben Sie sie (auch im Beisein von weiteren Personen), wie gut Sie Ihnen schon zur Hand gehen kann. Sie muß sich sehr wichtig und unersetzlich fühlen. Wecken Sie in ihr den Stolz, als "große Schwester" schon viel mehr zu könen und zu dürfen als ein hilfloses Baby, das ständig auf Ihre Hilfe angewiesen sein wird. Vereinbaren Sie schon jetzt mit ihr, dass Sie gemeinsam eine feste Tageszeit finden werden (wenn das Baby schläft?), in der Sie dann ausschließlich für die "Große" da sein werden. Schenken Sie ihr zur Geburt des Geschwisters eine Babypuppe, die sie immer dann als stolze Puppenmutter versorgen kann, wenn Sie sich um das Baby kümmern. Seien Sie gemeinsam gespannt auf Das, was auf Sie zukommt und freuen Sie sich gemeinsam auf das Baby. Alles Gute und: bis bald?


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Lynn ! Moritz hatte auch so eine Phase während meiner zweiten Schwangerschaft. Ich denke, daß ist gar nicht so sehr die Aufmerksamkeitshascherei, sondern mehr die Unsicherheit, weil sie merkt, das da etwas vor sich geht, sich etwas ändern wird, was sie noch nicht fassen kann. Auch wenn es schwerfällt: Versuch ruhig zu bleiben und Verständnis zu zeigen. Bei uns wurde es besser, je mehr wir mit Momo über das "neue Baby" gesprochen haben, erklärt haben, so gut es eben ging (so, daß er es einigermaßen versteht), versucht haben, ihn schon darauf vorzubereiten, was kommt, was sich ändert. Und nicht nur in den leuchtenden Farben sondern recht realistisch. Anfangs hat er mehr zugehört und ich dachte schon, er registriert alles gar nicht richtig, aber dann fing er an zu fragen, nachzufragen, UNS alles immer wieder zu erklären und wurde dabei immer ruhiger. Als Mika auf die Welt kam, war die erste Woche super. Dann kam die Phase der Bauchschmerzen und das war für alle nochmal eine ziemliche Belastungsprobe. Nach einem halben Jahr etwa, hatte sich dann alles wieder auf "ruhige Wogen" eingespielt .... Liebe Grüße und viel Geduld ;-), Silke


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

hallo lynn, ich denke es sind 2 punkte: 1. mit 23 monaten ist sie mitten in der trotzphase und 2. sie merkt, irgendwas nebulöses ;-) tut sich, dein bauch ist dick, komisch, komisch ;-). was solltest du tun: 1. ruhe bewahren so gut es geht 2. so wenig wie möglich schimpfen 3. lass sie baby sein, wenn sie es möchte. 4. schaue dir gemeinsam mit ihr bilder in einem anatomiebuch an. babys in mamas bauch. 5. beziehe sie ein in die vorbereitungen für das baby und später beim wickeln, schmusen, vielleicht beide zusammen in einem bett schlafen lassen (wir haben ein familienbett, die jungs schlafen von anfang an gemeinsam, immer öfter auch gemeinsam ein) 6. keine erziehungsmaßnahmen durchsetzen, bis sie sich an das geschwisterchen gewöhnt hat und sich deiner/eurer liebe wieder sicher ist 7. jetzt und später, wenn das baby da ist, regelmäßig nur etwas mit ihr alleine unternehmen. kleines brainstorming. maxi war letzes jahr SUPER eifersüchtig. ich hatte mir das SO schlimm nicht vorgestellt. wir haben ihm in der ersten zeit sehr viel durchgehen lassen. wie oft hatte ich ihm im arm, statt zu schimpfen, obwohl ich manchmal eher so drauf war: keinen bock mehr auf geduld, sondern auf verkloppen ;-) wenn du dir aber klar machst, dass deine tochter dich nicht aus lust und laune ärgert, sondern, dass sie angst hat, eure liebe zu verlieren, ist es vielleicht leichter für dich, gelassener zu reagieren. heute ist max 3.5 jahre und mika (hallo silke ;-) 13 monate. die beiden machen gerade blödsinn im badezimmer. muss gleich mal schauen ... ;-) lg e.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.