Mitglied inaktiv
Liebe Frau Schuster, unsere Tochter ist knapp acht Wochen alt und vormittags ein zufriedenes und fröhliches Baby, das uns seit zwei Wochen auch häufig anlacht und anflirtet. Die Nachmittags- und Abendstunden sind aber sehr häufig schwierig. Sie ist kein Schrei-Baby, aber sie wird sehr quengelig und nörgelt rum; ab und zu schreit sie sich auch sehr in Rage, wird krebsrot und ein Tränchen läuft ihr die Wange runter. Dann ist sie oft gar nicht zu beruhigen. Mir ist klar, daß sie abends die ganzen Eindrücke verarbeiten muß. Für mich ist es nur sehr schwer zu erkennen, wann es ihr tagsüber zuviel wird. Gestern war ich mit ihr vormittags in einer PEKIP-Gruppe, wo sie sehr friedlich war; nachmittags waren wir in Ruhe zu Hause. Ich halte ihr dann auch mitnichten ständig irgendwelche Gegenstände vor die Augen. Dennoch schien es zuviel gewesen zu sein. Wie kann ich denn nur während des Tages erkennen, was zuviel ist und was nicht? Manchmal ist es sonnenklar (Großelterntournee) und dann kann ich ihr Schreien auch viel besser annehmen. Das zweite "Problem" ist, daß mein Mann sie im Moment kaum beruhigen kann. Sie schreit nicht, sobald sie ihn sieht, aber wenn sie einmal angefangen hat zu quengeln, dann geht es nicht mehr lange gut. Für ihn ist das natürlich nicht so toll. In den ersten vier Wochen hatte er Urlaub (ambulante Entbindung) und konnte sich anfangs mehr kümmern als ich, aber nun muß er wieder arbeiten und da wirkt sich anscheinend das Kurzzeitgedächtnis unserer Tochter aus. Wir finden das beide sehr schade. Vor allem bin ich hin- und hergerissen, wie ich mich verhalten soll. Wie lange sollen wir das Quengeln oder Schreien in seinen Armen dulden? Ich kann sie ja auch nicht direkt aus seinen Armen reißen wenn sich was ändern soll. Die letzte Frage bezieht sich mal wieder aufs Schlafen. Die Nächte sind im Moment in Ordnung für uns, da die Kleine meistens nach dem Stillen direkt weiterschläft. Wir haben sie mal im Stubenwagen neben dem Bett und mal zwischen uns liegen und wollen das nicht so dogmatisch handhaben. Nach dem nächtlichen Stillen holen wir sie eigentlich immer zu uns. Sie wehrt sich nur Abend für Abend immer total gegen das Einschlafen. Man sieht an ihren Augen, daß es wirklich reicht, aber sie zieht dann noch zwei Stunden ihre Abwehr durch und quengelt (s.o.). Wir führen seit zwei Wochen ein kleines Einschlafritual durch mit Umziehen in den Schlafanzug (was wir in den ersten Wochen nicht taten)und Babymassage (die sie offensichtlich mag). Die Regelmäßigkeit scheint ihr aber noch nicht zu sagen, daß nun Schlafenszeit ist ;-). Das Ganze findet zwischen halb zehn und halb elf abends statt. Insgesamt braucht sie eher wenig Schlaf und wir sind froh, daß sie vorwiegend nachts schläft. Wie können wir ihr denn erleichtern einzusehen, daß sie einfach nur die Augen schließen muß damit sie mit dem Quengeln aufhören kann? Das Wehren gegen den Schlaf ist unabhängig davon, ob sie im Stubenwagen liegt mit Blick- und Hautkontakt zu mir, auf meinen Armen oder bei uns im Bett. Haben Sie eine Idee? Nun hab ich Sie genug strapaziert; im voraus ganz herzlichen Dank für die Antwort! Herzliche Grüße Luca
Christiane Schuster
Hallo Luca Auch, wenn es uns nicht so scheint: die Teilnahme an einer PEKIP-Gruppe ist für ein Kind sehr, sehr anstrengend, sodass an dem Tag Nichts weiter unternommen werden sollte um Ihre Tochter nicht zu überfordern. Was halten Sie von einem Tragetuch, sodass sowohl Ihr Mann als auch Sie Ihrer Tochter immer dann Körperkontakt gönnen können, wenn sie vor Unzufriedenheit quengelt? Bis Ihre Tochter Ihren Mann als gleichwertig akzeptiert, sollte er sich so oft es geht mit Ihnen gemeinsam an den Wickel-, Fütter-, Spielaktionen beteiligen und immer mehr der Handelnde sein, während Sie in eine Statisten-Rolle schlüpfen. Erleichtern Sie Ihrer Tochter den Übergang vom Wachen zum Schlafen mit dem Aufziehen einer Spieluhr, deren stets gleichbleibende Melodie sie beruhigen wird und eine sichere Orientierung ermöglicht. Viel Erfolg und: bis bald?
Mitglied inaktiv
Hallo Luca, Das „nachmittags/abends quengeln“ fing bei uns auch mit ca. 7 Monaten an. Anfangs versuchten wir unseren Sohn mit ruhigen Spielen „abzulenken“, half nicht. Dann früher zum Schlafen zu bringen, war noch schlimmer. Irgendwann sind wir dazu übergegangen, dass wir ihn teils „ignoriert“ haben und zwar so, dass einer von uns ihn auf den Arm nahm, wir uns zusammen setzten und miteinander geredet haben. Dies funktionierte am besten – die Anwesenheit und „Monotonie“ der Stimmen schienen ihn zu beruhigen, nach einer „Erholungsphase“ war er wieder munter und konnte ohne meckern spielen. Und wenn dies manchmal nicht half, dann ist einer von uns mit ihn in sein Zimmer, wir haben das Licht gedämpft, eine „friedliche“ Musik aufgelegt, mit ihm sanft „getanzt“ und gesungen – dies hat immer geholfen. Was bei „extremen Meckern“ auch immer funktionierte war das gemeinsame Baden in der grossen Badewanne. Mittlerweile (13 Monate) regelt er selbst seine Ruhephasen, indem er aufhört rumzurennen, zu uns kommt, sich auf den Schoss setzt, ankuschelt und wie „apathisch“ eine Weile da sitzt, bis die Energie wiederkommt und er weiter spielen geht. Mit dem Spielen regeln wir es so, dass wir nur dann mitspielen und „neue Reize“ anbieten, wenn er von selbst kommt. Solange er sich selbst beschäftigt, lassen wir ihn in Ruhe und versuchen nicht, die Spiele „interessanter“ zu gestalten. Das Einschlafen ist gar kein Problem – solange ich gestillt habe, schlief er gleich nach dem Stillen ein. Das haben wir so „beibehalten“, indem wir ihn dann mit der Abendflasche in sein Bett legten und ohne Licht und ohne Sprechen oder ihn streicheln die Flasche hielten, bis er sie ausgetrunken hat. Er schlief weiter gleich danach ein. Mittlerweile kriegt er einfach die Flasche in die Hand gedrückt und geht damit ins Bett. Er trinkt sie leer, redet eine Weile mit sich selbst und schläft ein. Keine Lieder, keine Streicheleinheiten, einfach die Milch und ein „Gute Nacht Kuss“. Funktioniert immer noch und ab Acht haben wir Feierabend. Es war auch so, dass es für mich zunehmend schwer wurde, ihn zu beruhigen (ich gehe arbeiten und mein Mann kümmert sich um den Kleinen). Wenn er müde oder krank war und sein Vater wegging, kriegte er sich nicht mehr ein und ich konnte ihn gar nicht trösten. Die Zeit, die ich mit ihm verbrachte, war einfach zu wenig, damit er mich als dem Vater „gleichwertig“ empfinden konnte. Ich sah nur eine Möglichkeit – ich habe für eine Zeit lang voll auf meine Freizeit verzichtet. Von der Arbeit angekommen habe ich mich ausschliesslich um ihn gekümmert, samt baden, schlafen legen etc. An den Wochenenden verbrachte ich die ganze Zeit mit ihm und schickte meinen Mann „weg“. Anfangs war es schwer und es zerriss mir das Herz, dass der Kleine seinen Vater so vermisste, es hat sich aber gelohnt. Jetzt macht er zwischen uns beiden keinen Unterschied, ich verbringe aber nach wie vor sehr viel meiner Freizeit mit ihm (wenn ich weggehe dann erst wenn er schläft). Wir haben auch beschlossen, dass ich nur 4 Tage die Woche arbeite und mein Mann sich einen Freitag-Samstag Job suchen wird, damit ich mehr Zeit mit dem Kleinen und er mehr Zeit mit Erwachsenen verbringen kann. Und sie besuchen mich meistens in den Mittagspausen, die wir dann gemeinsam verbringen. Gruss, Hanna
Mitglied inaktiv
Liebe Hanna, vielen Dank für den ausführlichen Erfahrungsbericht! Es hilft ja oft schon zu hören, wie es anderen geht. Leider gehört Annalena nicht zu den Exemplaren, die an der Brust einschlafen; das hat sie von Anfang an nicht getan. Es hilft aber ab und zu als Beruhigung und das ist doch allemal einen Versuch wert. Herzliche Grüße Luca
Mitglied inaktiv
Olli (heute 3) wollte auch als Baby nachts nicht einschlafen, obwohl total müde. Ihm hat "Haarfön-Musik" geholfen! Haben wir per Zufall rausgekriegt, als ich ihm einmal nachts den Popo trockengefönt habe, da er etwas wund war und fürchterlich schrie, wurde er sobald der Fön lief, schlagartig ruhig. Das haben wir dann auch an seinem Bettchen mit Erfolg versucht. Wir haben dann den Fön auf Kassette aufgenommen und er ist 9 Monate nur mit "Fön-Musik" eingeschlafen. Andere Musik ging nicht, da wohl zu unruhig. Das alles hört sich zwar total bescheuert an, hat aber prima funktioniert. Unsere Bekannten haben uns zwar ausgelacht, wenn wir abends mit Baby und "Fön-Kassette" zu Besuch kamen, aber was solls. Heute glaube ich, der eintönige Ton hat ihn an ihrendwas im Mutterleib erinnert. Gruß Angela
Mitglied inaktiv
Das mit dem Fön haben wir auch schon am Wickeltisch gemerkt, aber das mit der Aufnahme ist eine gute Idee! Ich hab die Kleine schon mal vor den Wäschetrockner gestellt; das kam auch gut an ;-) Herzliche Grüße Luca
Mitglied inaktiv
Hallo Luca, du hast ja schon eien Menge an Tips bekommen. Ich kann Fr. Schuster nur zustimmen, Pekip ist für die Kleinen anfangs sehr anstrengend(Bin kursleiterin)Spiele, Anregungen, Stimmen , Gesichter, das will erst mal verarbeitet sein, oft hilft da nur das Weinen , um die Reizüberflutung wieder auszugleichen.Um dem Ganzen zu entgegnen solltest du genau schauen, wie deine Tochter dir zeigt, wann es ihr zuviel wird. Blick abwenden, Augen schließen, Grimassen ziehen,Körper steif machen, mit den Händen abwehren können Anzeichen dafür sein! Nimm dir die Zeit und "lese" dein Kind- lernt voneinander, wenn ihr gut im Kontakt seit, wirst du schnell merken, wann deine Kleine müde ist( Blick abwenden, Augen oder Nase reiben...)Und für fast jedes Baby ist es eigentlich normal, sich ein paar Minuten in den Schlaf zu quengeln oder zu weinen. Das Baby braucht die Möglichkeit , sich selbst zu regulieren sich ins gleichgewicht zu bringen. Je mehr du sie dabei störst, (schnuller, Stillen, wieder herausnehmen,...)ihr also wieder neue Reize bietest, umso schwerer hat sie es, sich selbst wieder zu regulieren und wird von deiner "Hilfe" abhängig. Bleib einfach still bei ihr, laß sie deine Hände auf ihrem Körper spüren, das genügt. Eine Anmerkung zu deinem Mann:Frag ihn doch einfach, was für Gefühle das in ihm auslöst, seine Tochter nicht beruhigen zu können, aber auch wie es für ihn wäre, wenn du es nur tust, ihm also dadurch zeigst, daß du die "Bessere Mutter " bist.Ich denke, wenn es euch gelingt über die Gefühle in eurer Situation zu sprechen, dann habt ihr schon viel dafür getan, sie zu entlasten. Ich wünsch euch alles Gute! Marion
Mitglied inaktiv
Vielen Dank für die Hilfe! Ich wollte gestern noch dazu schreiben, aber leider ist der Beitrag im Nirwana verschwunden. Das Tragetuch ist seit der Geburt schon kräftig im Einsatz und eine Spieluhr gehört auch zum Einschlafritual. Das endgültige Einschlafen für die Nacht geht auch ganz gut, nur gegen die Nickerchen tagsüber (die sie zeitlich selbst bestimmt) wehrt sie sich bei ganz offensichtlicher Müdigkeit (glänzende, klitzekleine Augen). Ich beobachte und lerne weiter ;-). Mein Mann übernimmt bei Anwesenheit die komplette Pflege und die abendliche Massage. Da ich voll stille bleibt die Nahrungsaufnahme natürlich mein Part. Gestern war der Abend sehr in Ordnung; es gab nur 15 Minuten Dauergebrüll. Allen ein schönes Wochenende! Luca
Die letzten 10 Beiträge
- Alles Gute!
- Mein Sohn 2,5 Jahre lehnt mich seit einem Jahr ab
- Umgang mit Schwiegermutter
- Kind möchte nach knapp 2 Monaten immer noch ungern in den Kindergarten
- Zu meiner Frage am 22.10.
- Trennungsangst - Eingewöhnung Kinderkrippe verschieben?
- Er hört gar nicht mehr auf mich
- Uneinigkeit zwischen Papa und Mama: Wie am besten bei Wutanfällen reagieren (2 Jahre)?
- Kind 12M wirft alles auf den Boden
- Papa nicht ernst nehmen