Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

11-jähriger Sohn hat neues "Hobby" entwickelt (etwas länger)

Frage: 11-jähriger Sohn hat neues "Hobby" entwickelt (etwas länger)

Mitglied inaktiv

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Sehr geehrte Frau Dr. Schuster, liebe andere Muttis, mein Sohn hat ein neues "Hobby" entwickelt, mit dem ich ganz und gar nicht einverstanden bin, und es klingt zuerst einmal wie ein Witz: Er möchte andauernd anderen Leuten beim Autoschieben helfen. Er kommt an keinem Auto mehr vorbei, das irgendwie geschoben wird, ohne daß er mitmacht. Zuerst habe ich das für einen Witz oder einen harmlosen Spleen gehalten und gedacht, daß das bald wieder vergeht. Ich habe auch gedacht, wenn ich auch dabei bin und "aufpassen" kann, nun gut, laß ihn seine überschüssigen Kräfte loswerden, obwohl ein schmaler Elfjähriger bei so etwas ja nun wirklich wenig ausrichten kann. Dann hat er immer wieder erzählt, daß er alleine irgendwo mitgemacht hat: Autos anschieben, Autos aus dem Matsch rausschieben, eingeparkte Autos aus der Parklücke rausschaukeln. Ich dachte, es ist bestimmt nur Angabe von ihm und er erzählt mir Märchen, aber dann haben z.B. auch Freunde, die dabei waren, bestätigt, daß es stimmt oder Nachbarinnen, die das zufällig gesehen hatten. Ich habe dann mit ihm gesprochen und gesagt, ich möchte nicht, daß du da mitmachst, erstens bist du dafür noch ziemlich klein und ich weiß nicht, ob du dich dabei verletzt. Zweitens weiß ich ja nie, was das für Leute sind, zum Schluß kommst du einmal an den "Falschen". Er war nach langen Diskussionen einverstanden, aber dann habe ich herausbekommen, daß es doch wieder losging. Ganz schlimm war es neulich: Ich bin mit ihm an einer Stelle vorbeigefahren, wo ein Auto im Straßengraben steckte und eine Handvoll Leute versuchten, es rückwärts rauszuheben. Ich bin natürlich gleich weitergefahren, aber er hat deswegen ein richtiges Theater gemacht, er hat geschrien, getobt, mit einem Gegenstand im Auto nach mir geworfen usw. Ich habe schon mit einigen Freundinnen darüber gesprochen. Sie haben auch keine Erklärung dafür. Manche haben Kinder im Alter von meinem Sohn, und sie erzählen, daß die Kinder eigentlich heilfroh sind, wenn die Eltern bei so etwas mithelfen und sie selbst dabeistehen und nur zuschauen können. Tja, Sie/ihr werdet jetzt vielleicht lachen, aber es ist zu einem Problem geworden. Haben Sie/habt Ihr irgendeine Idee, woran das liegen könnte? Was man da tun sollte? Meint Ihr, daß es an einem Schlüsselerlebnis liegen könnte? Ich hätte eventuell eines anzubieten: Vor zwei Jahren sind wir mit unserem Wagen mitten auf einer Straße stehengeblieben, es war ein Defekt am Getriebe. Es ging nichts mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts, wir haben eine Weile lang vergeblich versucht, das Auto zu schieben, aber es ließ sich auch nicht mehr rollen. Dann kam Motorradpolizei, und zum Schluß mußten wir das Auto mit ihnen und etwa 20 Leuten von der Straße wegtragen. Aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß dies für ihn so "schlimm" war. In jedem Fall schon einmal Danke für´s Lesen und nochmal ein ganz dickes Danke für eine Rückmeldung. LG Christine


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Hallo Christine Auch wenn dieses Forum eigentlich für Kleinkinder bis ca. zur Einschulung gedacht ist, möchte ich versuchen Stellung zu beziehen. Informieren Sie Ihren Sohn immer wieder und in den verschiedensten Situationen über die lauernden Gefahren, wenn er unbekannten Personen Hilfestellung leistet. Weisen Sie ihn ebenso darauf hin, dass er noch kleiner als die meisten Helfer ist, sodass er hinter einem Auto meist schlecht gesehen, bzw. übersehen wird.- Bieten Sie ihm zu Hause und bei Bekannten eine Möglichkeit, seine Vorliebe fürs Helfen und für Autos sinnvoll zu nutzen, indem er ggf. Autos waschen darf und dafür sogar belohnt wird. Liebe Grüße und: bis bald?


Mitglied inaktiv

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Hallo Christine! Also, zuerst einmal denke ich, daß niemand über dein Problem lachen wird. Vielleicht ist wirklich das Schlüsselerlebnis daran "schuld". Aber ich glaube nicht, daß es schlimm für deinen Sohn war. Vielmehr denke ich mir, daß die Leute, die damals euer Auto weggetragen haben, soetwas wie "Helden" für ihn waren. Denn er wird ja sicherlich den "Menschenauflauf" bemerkt haben. Und vielleicht möchte er ja auch als kleiner Held dastehen, wenn er jetzt dasselbe versucht. Vielleicht wäre das ja eine Erklärung? LG Sabine!


Mitglied inaktiv

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Hallo, erst mal danke - ja, das könnte prinzipiell sein. Aber jetzt, noch wichtiger: Soll ich ihn weiter helfen lassen oder es ihm strikt verbieten? Viele Grüsse Christine


Mitglied inaktiv

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Schwierig! Vielleicht hilft es ja, wenn du ihn in anderen Situationen als "Held" dastehen läßt. Also, daß du ihn so oft wie möglich lobst, wie toll er dir z.B. im Haushalt hilft. Ich glaube, das Loben vernachlässigt man, je älter die Kinder werden, ein bißchen. Ich schließe mich dabei nicht aus! Ich denke, er wird es sich nicht so einfach verbieten lassen. Vielleicht kannst du ihm erklären, daß du Angst hast, daß er sich bei solchen Aktionen weh tut. Du könntest ihm erklären, daß bei eurem Auto ja auch 20 erwachsene Leute helfen mußten, und daß sogar für sie sehr anstrengend war. Vielleicht legt sich das Ganze dann ja, wenn du ihm zusätzlich immer wieder klar machst, wie stolz du auf ihn bist. Das sollte, wie gesagt, keine Moralpredigt sein. Aber ich weiß, wie nachlässig man mit der Zeit mit dem Loben wird. Wie gesagt, ich fasse mich dabei auch an die eigene Nase! Ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen helfen! LG Sabine!


Mitglied inaktiv

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Hallo, da hast Du wirklich ein kleines Problem, da Du ja nicht auf schritt und tritt dabei bist, wenn Dein Kleiner auf Tour geht. Ich würde Ihm aber ganz ausdrücklich erklären, wie gefährlich das auch sein kann, denn man weiß in der heutigen Zeit ja nicht, wer in diesem Wagen sitzt, und ob die Autopanne nicht nur gespielt ist. Außerdem könnte er im Straßenverkehr leicht übersehen werden. Verbote nützen glaube ich nicht viel, da er es heimlich machen würde, aber ich würde ihn immer wieder auf die Gefahr hinweisen, und wie traugig ihr wärt, wenn ihm etwas passiert. Alles Gute steffi


Mitglied inaktiv

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Hallo Steffi, ja, genau daran habe ich auch gedacht, was ist wenn die Panne nur gespielt ist und so weiter ... Viele Grüsse Christine


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