Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, meine Tochter (knapp 5) ist ein sicher gebundenes, ausgeglichenes Kind, geistig sehr fit für ihr Alter, durchaus selbstbewusst u. stolz auf sich selbst, allerdings sehr zurückhaltend (mein Mann u. ich sind auch introvertiert u. ruhig, das ist also wahrscheinlich Anlage u. Umwelteinfluss). Im Kiga wird sie sehr gemocht, mag die anderen auch, baut aber keine intensiven Freundschaften auf. Sie geht nicht auf die anderen zu, sondern wartet ab, bis sie zum Spielen aufgefordert wird. Dabei hat sie eine Rolle eingenommen, in der sie von den anderen Kindern sehr bemuttert wird, was beiden Seiten gefällt, allerdings ihre Zurückhaltung unterstützt. Sie muss nie selber die Initiative ergreifen, sondern hat immer etliche Kinder um sich herum, die das gerne für sie übernehmen. Damit ist sie sehr zufrieden u. die anderen Kinder sind es scheinbar auch. Kann dieses passive Verhalten ihre soziale Entwicklung behindern? Soll/kann man etwas dagegen tun? Vielen Dank!
Hallo, Frage zurück: hat diese Lebenseinstellung Ihr persönliches Sozialverhalten behindert? Oder das Ihres Mannes? Es wird immer introvertiert-defensive Menschen geben. Die sind es in der Regel von Kindesbeinen an. Sonst käme ursächlich nur ein schwerwiegendes Psychotrauma infrage oder Bindungs- und Persönlichkeitsstörungen. Mit ihrem Wesen kommt Ihre Tochter offenbar ganz gut zurecht und erleidet daruch keine Ablehnung oder Vereinzelung. Sie spielt ihre Rolle und die anderen Kinder eine andere. Da sich die Rollen gut ergänzen, sollte Sie alles so weiter laufen lassen. Eingreifen sollte Sie nur, wenn Sie feststellen, dass die anderen Kinder anfangen, Ihre Tochter irgendwie auszunutzen. Meist begreifen das aber auch die Kinder selbst und verweigern sich dann, wenn sie innerlich ein stabiles und ausgewogenens Selbst aufgebaut haben. Viele Grüße
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