rs1976
Hallo Herr Dr. Posth, ich habe noch eine Frage bzgl. meines Kleinen (2,6). Nie weinen gelassen, keine Fremdbetreuung, Einschlafstillen etc., wird bis heute in den Schlaf gewogen. Kommt nachts zu uns, wenn wach. Er tendiert aber jetzt dazu, in sein Bett zu wollen zum Einschlafen. Bei jedem Mucks immer sofort reagiert. Wird bei Trotz getröstet etc. Sehr dem Papa zugewandt, der darf alles machen. Mama nicht, Papa! Sehr neugierig u. aufgeschlossen allem Neuen gegenüber. Fremden Erwachsenen ist er zurückhaltend gegenüber, versteckt sich hinter mir. Taut aber immer nach einer Weile der Skepsis auf. Einige sind ihm gleich sympathisch, andere meidet er völlig. Hauptsächlich aber sind es Männer, die ihm Angst machen. In deren Nähe möchte er nicht. Dann flüchtet er sich nur zu mir. Einige brauchen ihn nur ansehen, dann fängt er an zu weinen! Sonst in fremder Umgebung erkundet er immer alles. Schaut, ob ich noch da bin. Wenn ja, alles gut. Woher kommt diese Angst vor fremden Erwachsenen?
Stichwort: Angst Hallo, diese Fremdenscheu oder auch nur Skepsis scheint ein evolutorisches Relikt in unserem Gehirn zu sein.Fremde Erwachsene waren auch vor zigtausend Jahren nicht immer vertrauenswürdige Personen. In den Urzeiten wird es stark um rein existenzielle Fragen gegangen sein und der Kampf ums Überleben war groß. Männer hatten dafür zu sorgen, dass die Sippe und Familie weiter existieren konnte, und wenn die Ressourcen knapp waren, dann begann der Verdrängungskampf. Dabei wurde wenig Rücksicht auf andere Stammesgenossen genommen. Es haben sich zwar stabile Sozialgesetze in der Menschlichen Gesellschaft herausgebildet, die im Gewissen verankert sind und kulturell gefestigt werden, aber wenn der existenzielle Druck zu groß wird, kämpft jeder um sein eigenes Überleben. Da waren fremde Erwachsenen für Kinder sicher ein Gefahr. Männer waren in der Regel gefährlicher als Frauen. Das ist im Tierreich genauso. Weibchen bedrohen ihre Jungen praktisch nie, auch nicht von anderen Artgenossen, Männchen aber schon. Solche Dinge prägen die Gene durch so genannte epigenetische Einflüsse. Und das bleibt dann im genetischen Code eingeschrieben über viele Generationen. Es kann sich natürlich eines Tages ändern. Aber das scheint in der 3-4tausend Jahren menschlicher Kulturgeschichte noch nicht der Fall zu sein. Zum Ausdruck kommen solche genetischen Engramme aber immer individuell sehr unterschiedlich. Das hat stark mit Veranlagung zu tun. Viele Grüße
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