Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth! Meine Tochter hat seit ca. 1 1/2 Wochen wieder starke Angst vor Fremden. Meiner Beob. nach nur in (kleineren) geschlossenen Räumen/Läden u. wenn ihr dort jemand Aufmerksameit schenkt/zu nahe kommt. Beim Spaziergang auf einem Dorffest hier, bei dem viele Menschen um uns waren, weinte sie kein einziges Mal, sie war froh und beobachtete. Im Supermarkt ebenfalls nicht. In einer Bäckerei habe ich dafür "gesorgt", dass sie nicht von anderen "beachtet" wird. Bin auch nur hinein, weil außer mir kein Kunde dort war. Als jemand hinein kam, weinte sie wieder panisch. Gehe ich dann mir ihr vor die Tür, hört sie wie auf Knopfdruck auf. Sie wird beim Spazierengehen von mir getragen, ist also nie Fremden im Kinderwagen "ausgesetzt". Ist das wieder Fremdeln, eine Phase oder muss etwas passiert sein, dass ich als Erwachsene nicht wahrgenommen habe? Achte natürlich darauf, solche Sit. zu vermeiden u. auf meine Tochter zu hören. Sofort raus aus der Situation!
Hallo, Fremdeln und Fremdenangst ist nicht dasselbe. Fremdeln ist ein natürliches Übergangsstadium im Rahmen des Eigehens der primären Bindung. Fremdenangst ist ein Vorläufer der Sozialangst. Ein gewisser Zusammenhang besteht nur dahingehend, dass eine Veranlagung zur Angst beides begünstigt. IM Falle Ihrer Tochter würde ich auch vermuten, dass irgendwann etwas vorgefallen, dass Sie selbst gar nicht so registriert haben. Das hat dann die Ängste in Räumen vor fremden Personen ausgelöst, weil sie sich dort direkt ihrer Tochter genähert haben. Die Enge des Raumes suggeriert kein Entkommen möglich. Draußen sieht das wieder anders aus. Sie können einstweilen nur genauso reagieren, Wie Sie es tun. Wahrscheinlich verschwindet diese Angst dann von selbst. Viele Grüße
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