Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Wie Lust auf Kiga machen?

Frage: Wie Lust auf Kiga machen?

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Sehr geehrter Herr Dr. Posth, unsere Tochter (28 Mo) ist ein absolutes Wunschkind und ich drehe mich den ganzen Tag um Sie! Mir macht das nichts aus, aber ich frage mich ob ich sie zu mehr Selbstständigkeit „erziehen“ sollte. Und wenn ja wie? Soll ich z.B. von Ihr verlangen, dass ich alleine aufs Klo gehe zu Hause? Sie ist immer im selben Raum wie ich. Es gibt Menschen, die meinen sie wird bei dem „Verwöhn-Programm“ zu Hause niemals in den Kiga (ab 1.1.10) gehen wollen. Z.B. machen wir es uns oft einfach richtig gemütlich mit vorlesen, kuscheln etc. Kann man einem Kleinkind zu viel Aufmerksamkeit geben? Habe ich nicht rechtzeitig von Säugling auf Kleinkind umgeschaltet? Muss ich es zu Hause langweiliger werden lassen für Sie? Wie sehen sie das? Sie wird sich sicher voller Vertrauen an eine Erzieherin binden, aber doch bitter enttäuscht werden, wenn diese sich nicht komplett um sie kümmern kann. Sie kommt in eine Gruppe mit mind. 25 Kindern!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Kinderkrippe und Tagesmutter Hallo, zuviel Aufmerksamkeit kann man eigentlich kaum einem Menschen schenken, aber man kann mit seiner Aufmerksamkeit auf ihn ihm auch leicht den Spielraum nehmen, den er braucht, um sich selbst zu betätigen. Bei Säuglingen und Kleinkindern funktioniert das aber ein bisschen anders. In der Bindungsphase im ersten Lebensjahr existiert für das Kind nur die Mutter-Kind-Dyade, das heißt die scheinbare Einheit zwischen Mutter als Hauptbezugsperson und Kind (Säugling). Im zweiten Lebensjahr löst sich das Kind mit viel Widerstand aus der engen Bindung und sucht sich für seinen Aufbruch in die Selbstständigkeit ein menschliches Vorbild. Im besten Fall ist das der liebevolle Vater. Die Mutter muss "loslöassen" können, denn es geht ihr dabei nichts verloren. Auch sie gewinnt durch die Selbstständigkeit ihres Kindes. Verlangen kann diese Prozesse nicht. Sie geschehen einfach und man sollte sie nicht behindern. Ich glaube, das ist das Wichtigste im Umgang mit Kindern. Selbstständig werdende Kinder suchen automatisch den Kontakt zur etwa gleichaltrigen Gruppe, in der sie sich mit den Anderen messen lernen. Das sollten einfühlsame Eltern zuverlässig unterstützen. Die Erzieherin im Ki-ga oder die Tagesmutter sind Ersatzbezugspersonen, die dann von den Kindern geliebt und geachtet werden, wenn sie mit sanftem Übergang eingeführt worden sind und sich verständnisvoll den ihnen anvertrauten Kindern zuwenden. Der gefoderte Betreuerinnenschlüssel liegt bei max. 1:5 für unter 3-Jährige! Mehr geht eben nicht für eine Erzieherin. Jetzt können Sie entscheiden, ob es richtig bei Ihnen läuft oder ob etwas zu verbessern ist. Viele Grüße


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