Fleur123
Mein Sohn (31 M) gehorcht eigentlich nicht. Er tut oft Dinge absichtlich, obwohl er weiß, dass er sie nicht tun dürfte, und erzählt mir dann auch, dass er das und das gemacht hat. Ich habe den Eindruck, dass er dies verstärkt tut, seit seine Schwester (9 M) mobiler geworden ist und diese auch DInge tut, die sie "nicht sollte (z.B. sich an Sesseln etc. hochziehen, die dann kippen. Mein älterer Sohn stachelt oft die jüngere Schwester an und schiebt ihr extra Sesseln zum Hochziehen hin. Erklärungen, dass sie sich dann weh tun könnte, bringen nichts. Ab welchem Alter kann man etwas Gehorsam erwarten (z.B keine Strohhalme in den Computer stecken)? Loslösung klappt gut, er hängt sehr am Papa, ich habe den Eindruck, dass er früher Dinge nicht gemacht hat, wenn man es ihm erklärte, warum nicht, jetzt macht er es trotzdem bewusst.
Hallo, am Anfang ist das Verbot der Eltern eindrucksvoll und in gewisser Weise abschreckend. Aber je älter die Kinder dann werden, desto stärker macht sich Selbstbestimmungsbedürfnis bemerkbar, und dann steht Bedürfnis gegen Verbot. In diesem Alter sind die Kinder noch absolut egozentrisch und sehen nur ihr eigenes Bedürfnis, das sie entweder durchsetzen können oder beschnitten bekommen. Letzteres erzeugt Enttäuschung und Wut. Weil aber alles, was in diesem Zusammenhang passiert, auch Auswirkungen auf die Selbstentwicklung hat, versuchen die Kinder immer zuerst ihr Bedürfnis durchzusetzen. Je häufiger und besser das gelingt, desto stärker wird nun ihr Selbstbewusstsein. Das ist der Grund, warum Gehorchen noch nicht angesagt ist. Mit etwa 3 Jahren empfiehlt es sich, Regeln mit seinem Kind zu besprechen und diese dann auch vorzugeben. Also: das eine lasse ich zu, das andere nicht. Darin muss man dann aber auch einigermaßen konsequent sein. Im gezielten Suchlauf unter "Regelkonzept und Grenzsetzung" finden Sie schon ganz viele Antworten zu diesem Thema. Gehorsam ist dann zunehmend die Akzeptanz der Regeln und das Sich-richten nach dieser Regel, die freilich öfter erneut ausgesprochen werden muss und noch öfter diskutiert. Und nur ein Kind, das seine Eltern und ihre Ansichten in sich verankert hat, gehorcht bereitwillig und oft sogar gerne. Denn durch die nachfolgende Anerkennung fühlt es sich in seinem Selbst, in seiner Person gestärkt. Viele Grüße
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