Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth, wir leben in den USA. Ich erwaehne das lediglich, da die Kinderkrippen hier etwas anders strukturiert sind. Meine Tochter wird Ende Nov. 2 Jahre alt und ist seit mehr als 1 Jahr in der Kinderkrippe, die eine Betreuung von 1 Erzieher fuer 3 Kinder gewaehrleistet. Die Gruppe umfasst 6 Babies und Kleinkinder im Alter von 4 Monaten bis 2 Jahren. 3 ihrer engsten Freunde sind innerhalb der letzten 2 Monate (der letzte vor 2 Wochen) in eine groessere Gruppe gewechselt und dafuer sind neue Babies aufgenommen worden. Meine Tochter redet auch zu Hause davon, das ihre Freunde nicht mehr da sind und seit dieser Zeit beobachte ich, dass sie nicht mehr so ausgeglichen ist, d.h. schneller weint and trotziger reagiert. Sie steht auch manchmal vor dem Spiegel und beobachtet sich, wie sie weint. In der Kinderkrippe zieht sie sich an den Haaren, wenn sie wuetend ist und das haben wir zu Hause noch nie bemerkt. Worin sehen Sie die Ursachen und was koennen wir tun? Vielen Dank!
Hallo, im Alter von 2 Jahren entwickeln die Kinder zwar noch keine echten Freundschaftsgefühle, zu den Kindern aber, mit denen sie täglich zusammen sind, verbindet sie mit der Zeit wo etwas wie Geschwisterliebe. Natürlich stellt sich auch Rivalität ein, wie es unter wahren Geschwistern üblich ist. Werden die Kinder nun "gewaltsam" getrennt, müssen sie Trennungsschmerz verkraften. Dieses Empfinden ist aber ohnhin recht brisant für ein Kind in früher Fremdbetreuung. Ich denke, so lässt sich die Reaktion Ihrer Tochter gut erklären. Das kleine Schauspiel vor dem Spiegel dient der Selbstbeobachtung, die in diesem Alter ein Entwicklungsphänomen ist. Geht es nicht, dass Sie privat noch weiter einen Kontakt zu den "aufgestiegenen" Kindern halten? Das würde Ihrer Tochter sicher guttun, bis sie neue "Freundinnen" in der Gruppe gerfunden hat. Viele Grüße
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