Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, in Kenntnis aller Ihrer Texte muß ich sie doch nochmal um Rat bitten: meine Tochter 31 M. gibt nichts ab, teilt lediglich Essen (immerhin) und verteidigt Dinge, auf die sie vermeintlich oder wirklich einen Anspruch hat, heftig (beißen, schlagen). Sie nimmt fremde Sachen aber nicht weg. Kein Kind unserer Umgebung hat so ein schlechtes Sozialverhalten. Wenn ich ihre Freundinnen hochhebe, wird sie hysterisch (nur einen Freund darf ich tragen). Ich habe angst, daß ich den Zug verpasse, ihr ein besseres Verhalten anzugewöhnen; langsam (d.h. nach 1 Jahr) müßte es doch mal besser werden. Ich verhalte mich ihren Vorschlägen entsprechend (habe alles gelesen). Muß ich mir dennoch langsam GEdanken machen? Was kann ich noch tun? Mit Belohnung arbeiten? Darauf reagiert sie nämlich. Sie ist eigentlich sozial sehr aufgeschlossen und lieb, allerdings recht wild. Vielen Dank
Hallo, machen Sie sich noch keine Sorgen. Wenn Kinder in diesem Alter schon sozialer wirken, dann hat das zwei Ursachen. Die erste, sie sind dazu erzogen worden, was aber in der Regel bedeutet, sie haben Angst vor Strafe, wenn sie anders handeln. Auch lautes Schimpfen gilt dabei als Strafe. Die zweite, sie sind von Natur aus sanftmütig und defensiv. Beides scheint auf Ihre Tochter nicht zuzutreffen. Für die Offensivität und Emotionalität Ihrer Tochter, verbunden mit großem Rivalitätsempfinden, spricht die "Eifersucht" auf andere Kinder. Was Sie tun können, um ihrer Tochter weiter zu bringen, das alles steckt in den Begriffen Empathie und Induktion. Empathie lernen die Kinder mit der Ausbildung ihres Selbst. Induktion ist ein Erziehungsmittel, das empathie fördert. "Arbeiten" Sie ruhig in diese Richtung weiter und stärken Sie das Selbstbewußtsein ihrer Tochter mehr als es zu schwächen. Dann kommt die gewünschte Prosozialität gleichsam von alleine. Viele Grüße
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