Mitglied inaktiv
hallo dr. posth, unser sohn (4j 10m) ist ein sehr liebes kind, zärtlich und fürsorglich, verständig, man kann mit ihm vereinbarungen treffen, sagt jetzt auch sehr toll bitte, danke, entschuldigung etc. - hat aber eine geringe frustrationsgrenze und tickt ziemlich leicht aus. wenn mal was nicht nach seinem kopf geht, tobt er los, schreit uns an, ballt er seine fäuste und ist richtig zornig. mittlerweile haben wir das so im griff, dass es nur kurz dauert, aber es kommt doch 2 bis 4 mal am tag vor. früher hat er auch nach uns geschlagen etc. er wird von mir sehr liebevoll und gewaltfrei erzogen, vom seinem vater (gleicher haushalt) auch, er ist aber gleichzeitig eher ungeduldig und etwas aggressiver, er mag da also als vorbild dienen. dennoch frage ich mich, ob das evtl. in diesem alter normal ist? dass er eben noch nicht seine frustrationen und aggressionen kompensieren kann bzw. sie nicht im griff hat. oder ist das typbedingt? oder ein problem? wenn - was tun? danke! mfg, s.
Stichwort: Umgang mit Gefühlen Hallo, ab etwa 4 Jahren kann man von einem Kind langsam erwarten, die eigenen Gefühle zu verstehen und auch im Zaum zu halten. Ein wichtiges Prinzip ist, daß die Kinder lernen, über ihre Gefühle zu sprechen. Beim gemeinsamen Sprechen über die Gefühle, wird ein Teil der Impulsivität gleich mit abgebaut. Was beim Kleinkind die Induktion ist, ist beim Kind ab 4 Jahre zunehmend der Austausch von Gefühlen im gemeinsamen Gespräch. Z.B. kann man sein Kind fragen, was es gerade fühlt und warum es meint, daß diese Gefühle zustande gekommen sind. Dann kann man zusammen überlegen, was dagegen zu tun ist. D.h. a) wie lassen sich die Gefühle anders als in personenbezogener Aggression abbauen? Und b) wie kann man in Zukunft verhindern, daß sich die Gefühle erneut so aufschaukeln? Für die Antwort auf die erste Frage haben die Kinder meistens gute eigene Ideen, z.B. Kissen an die Wand werfen oder auf einen Sandsack boxen (bzw. dagegen treten). Die Antwort auf die zweite Frage ist das Ergebnis eines Familienrates. Der sollte zeitnah stattfinden und auch Vorbildfunktionen der Eltern nicht ausklammern. Warum eine Kind trotz guter Integration, wie Sie schreiben, häufiger so "austickt", das hat sicher auch viel mit genetischer Veranlagung zu tun. Viele Grüße
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