Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Schlafprobleme nach Krankenhausaufenthalt wie sollen wir uns verhalten?

Frage: Schlafprobleme nach Krankenhausaufenthalt wie sollen wir uns verhalten?

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Sehr geehrter Herr Dr. Posth, unsere Tochter (17 Mo, korr. 15 Mo, schläft im Gitterbett bei uns) schlief bis vor kurzem sehr gut mit unserer Anwesenheit ein. Wir warteten nur noch ohne Aktionen. Nun war sie letzte Woche 3 Tage im Krankenhaus (Durchfall & Austrocknung). Ich war bei ihr, eine Nacht übernahm mein Mann. Seit sie zurück ist, schläft sie bis auf wenige Ausnahmen extrem schlecht ein und durch. Sie braucht Körperkontakt. Manchmal will sie dringend wieder auf den Arm mit Panik in den Augen. Tagsüber lässt sie mich nicht mehr weg, auch nicht ins Nebenzimmer. Sie scheint im Moment auch einen Entwicklungssprung zu machen bzgl. Sprachverständnis und -gebrauch. Wie verhalten wir uns am besten die nächste Zeit? Ich möchte ihr die nötige Nähe und Sicherheit geben, befürchte aber Schlafgewohnheiten, die auf Dauer ungünstig sind. Meinen Sie, ich kann abends das Haus verlassen, auch wenn sie kurz bei meinem Mann weint? Oder lieber erst mal nicht? Vielen Dank!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, im Moment müssen sie mit zwei Dingen bei Ihrer Tochter rechnen: erstens mit der regressiven Reaktion Ihrer Tochter nach dem Krankenhausaufenthalt (Regression s. gezielter Suchlauf). Das ist nämlich der Grund, warum Ihre Tochter jetzt erst einmal wieder ganz eng bei Ihnen schlafen möchte. Dadurch versichert sie sich erneut der Festigkeit der Bindung, um danach an der Stelle in ihrer Entwicklung weiter zu machen, an der diese ins Stocken geraten ist. Und zweitens steht Ihre Tochter am Scheideweg der Selbstentwicklung. Man nennt diese kurze Phase die Wiederannäherungskrise (s. ebenfalls gezielter Suchlauf). Das Kind begreift jetzt (erst), ein von der Mutter vollständig getrenntes wesen zu sein. Das macht erst einmal ein bisschen Angst. Aber wenn Sie geduldig bleiben, gehen diese Phasen bald vorüber. Viele Grüße


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