BigApple
Hallo Herr Dr. Posth, Danke für Ihre bisherigen Ratschläge (http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/Umzug-ins-eigene-Zimmer_48970.htm) Unser Sohn (ist gerade zwei geworden) hat sein neues Zimmer sofort akzeptiert, war ganz aufgeregt wegen der neuen Dinge, hat sich sogar richtig gefreut und schläft seitdem auch dort und es klappt meistens sehr gut. Einschlafritual und Einschlafbegleitung haben wir wie vorher beibehalten; ruft ab und zu nachts nach uns und möchte dann auch meist mit zu uns ins Elternbett, ist für uns aber in Ordnung. Wir würden nun gerne den nächsten Schritt wagen: wie könnten wir ihn sanft dazu bekommen ganz entspannt allein in seinem Bett einzuschlafen?! Danke im voraus und viele Grüße, BigApple
Hallo, das ist von einem Kind dieses Alters noch ein bisschen viel verlangt. Das Einschlafen ist für ein Kind ein spürbares Trennungserlebnis, das eben Begleitung verlangt, solange die eigene Selbstkonstruktion nicht stabil genug ist. Selbstkonstruktion heißt in diesem Zusammenhang, dass ein Kind und später der Mensch weiß, wer er ist, wie er auf andere wirkt, welche Fähigkeiten er besitzt und was er aushalten kann und was nicht. Diese Form von Selbstständigkeit im Fühlen und Denken entwickelt ein Kind erst mit 3 bis 4 Jahren. Natürlich gibt es Kinder, die ein Einschlafen alleine schon früher bewältigen. Das sind dann Kinder, die entweder so müde sind und sofort einschlafen, dass sie gar keine Gefühle von Unsicherheit und Angst entwickeln oder solche, denen man das Einschlafen ohne elterliche Begleitung (oder andere Bezugsperson) aufgenötigt hat. Was den Eltern aber gar nicht klar ist, dass sie mit diesem Durch oder Zwang ein Stück Bindung opfern, das vielleicht eine Tages sehr wichtig gewesen wäre. Also alles, weas man in dieser Hinsicht seinem Kind in diesem Alter bietet, zahlt sich später in jeder Weise aus. Viele Grüße
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