Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Rückantwort zu "Lügen/Schwindeln" vom 27.11.

Frage: Rückantwort zu "Lügen/Schwindeln" vom 27.11.

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Sehr geehrter Herr Dr. Posth Ganz herzlichen Dank für Ihre Arbeit hier in diesem wertvollen Forum. Mein Mann hat auf dieses "Schwindeln", wie ich es nenne, sehr hart reagiert (schimpfen, "schon mit 3 1/2 Papa anlügen", ins Zimmer geschickt). Ich fühlte mich dabei sehr schlecht und musste ihm Ihre Antwort unbedingt unter die Nase halten. Wir haben zur Zeit richtige Probleme in unserer Partnerschaft, da er denkt ich sei zu lieb in der Erziehung (Ausreden wie Kind ist müde, Entwicklungsstand, nicht zu viel erwarten, Leistungsdruck möglichst tief halten,..) und ich denke, er ist zu streng (hohe Erwartungen, wie für 6-J. statt 3-J., grosse Ansprüche). Leider ist er nicht gewillt, mit einer aussenstehenden Person darüber zu sprechen (Kinderärztin, Familienberaterin o.ä)... Ansonsten ist er ein toller Vater, leider fehlt er uns sehr (nur am Sonntag da wegen Arbeit). Was denken Sie, wenn sie dies hören? Wie könnte ich die Siutation "entschärfen"?


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, was Sie schildern, ist sicher eine klassische Problematik in der modernen Familie. Ein Vater, der selten zu Hause ist, der aber hohe Ansprüche an seine Kinder hat, und sich wünscht, daß die Ehefrau dafür sorgt, daß diese Ansprüche auch erfüllt werden. Da er aber, was Psychologie und Entwicklungsvorgänge im Kind angeht, meistens nicht vorgebildet ist (was kein Vorwurf ist, denn Psychologie wird ja nie gelehrt, sondern immer nur in Mundpropaganda weiter geben oder in Gazetten besprochen), hat er falsche Erwartungen. Dann ist er frustriert, weil es nicht so geht, wie er sich das vorstellt, und meint, durch hartes erzieherisches Eingreifen, dem Mangel abzuhelfen zu müssen. Nur - so funktioniert die Welt nun überhaupt nicht. Die Kinder fühlen sich ungerecht behandelt, schlimmstenfalls beschämt, verlieren an Selbstbewußtsein und die Ehe leidet, weil die Mutter diese Ungerechtigkeit nicht gut ertragen kann. Mein Forum bemüht sich, anders als viele andere Forum, hier den Hebel anzusetzen und durch fachkundiges Wissen und durch verständliche Anleitung den falschen Vorstellungen über die kindlichen Entwicklung gleich von Vornherein vorzubeugen. Leider ist es nicht (mehr?) so, daß das intuitive Fühlen die Eltern in der Beziehung zu richtig führt und in der Erziehung von ihren Kindern richtig anleitet. Man mag das beklagen und sich darin verstricken, hierfür Ursachen zu finden. Aber das führt nur weg von der eigentlichen Aufgabe, den Eltern in ihren Unsicherheiten konkret zu helfen. Viele Grüße


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