mia_sara
Hallo Hr. Dr. Post, unser Sohn, 3Jahre1 Monat alt, geht seit Sept. in den Kiga. Bisher problemlos, sanfte Ablösung, nie geweint, konnte immer gar nicht abwarten zu gehen, wollte sogar am Wochenende. Dann eine Woche Krankenhaus wg Lungen- und Mittelohrentzündung. Dann noch eine Woche zu Hause und seitdem will er nicht in den Kiga. Loslösung vom Papa war super, abends wenn Papa nach Hause kam, war ich quasi "abgeschrieben".Hängt jetzt wieder sehr an mir, will oft sogar im Haus an die Hand, geht nicht mehr so gerne zu Großeltern wie sonst, nichts ohne mich. Ich denke es liegt daran, dass nicht ich sondern mein Mann nachts bei ihm geblieben ist, da ich den kleinen Bruder noch stille.Weint jetzt immer wenn ich ihn in Kiga bringe, egal ob ich noch eine halbe Stunde bleibe oder gleich gehe. Beim Abholen sagt er aber lachend: ich habe ein bisl geweint... versucht momentan vieles mit weinen durchzusetzen (nicht ins Bett, nicht essen etc) Wie sollten wir am besten vorgehen? Danke
Hallo, Krankenhausaufenthalte sind in gewisser Weise immer traumatisierend für ein Kind. Fremde Menschen nähern sich ohne Rücksichten dem Kind, untersuchen es, röntgen es, stechen es, um ihm Blut abzunehmen, flößen ihm schlecht schmeckende Menikamente ein u.v.m. Wir sind mit unserem Klinikalltag noch weit von einem kindgerechten Krankenhaus entfernt. Es gibt aber lobenswerte Bemühungen. Nach einem Krankenhausaufenthalt reagiert das Kind mit Regression (s. gezielter Suchlauf), d.h. es verhält sich wieder kleinkindhaft mit erhöhter Anhänglichkeit und Ängsten vor allem Ungewohnten. Regression dient aber der Selbstheilung und ist somit die richtige Antwort des Kindes auf seine innere Irritation. Am besten lässt man die Verhaltensweisen zu und geht mit seinem Kind durch die Regression hindurch. Danach ist alles wieder beim Alten und das Kind macht einen Reifesprung. Um die Trennungsangst nicht immer wieder zu reinszenieren, sollten Sie Ihren Sohn nicht im Ki-ga lassen wenn er weint, auch wenn er danach fröhlich erscheint. Sein Weinn ist ihm eindrücklicher als seine bemühte Fröhlicheit. Und nehmen Sie Ihren Sohn vorübergehend wieder mit zu sich ins Bett oder legen Ihm eine Matratze neben sich. Wenn er innerlich zur ruhe gekommen ist, wird er wieder so schlafen wollen wie vorher. Viele Grüße
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