Mitglied inaktiv
Lieber Herr Posth, ich lese immer wieder Ihr Forum, super! Aber auch verunsichernd. Wir leben in Belgien, d.h. kein Anrecht auf Elternzeit wie in DE. Beide Kinder gehen seitdem sie 8 bzw. 9 M sind in eine Kita, die sehr kuschelig ist. Die Große geht seitdem sie 3J. ist in die sog. "maternelle" - ähnelt einem Kindergarten, ist aber der Schule angeschlossen, d.h. größere Institution. Das hat alles natürlich nichts mit sanfter Ablösung zu tun. Kinder haben aber alles gut verdaut, nur die Große hatte Einschlafprobleme nach dem Wechsel in die Maternelle (und dann haben wir es einreißen lassen und bleiben immer noch bei ihr - jetzt ist sie 4). Ich habe gar keine Chance, etwas anderes für die Kinder zu organisieren, falls ich nicht arbeitslos sein möchte (als Akademikerin eine zu große Investition). Unsere Große ist zwar schüchtern, blüht aber immer mehr auf im KiGA. Der Kleine enorme Trotzphase, will zwar oft Mama aber geht sehr gern in Kita. Muss ich mir Sorgen machen?
Stichwort: Fremdbetreuung Hallo, da stellen Sie mir eine Gewissensfrage, die ich Ihnen auch nicht so einfach beantworten kann. Die Methoden, wie man mit dem Aufziehen der Kinder in Belgien oder Frankreich umgeht, sind in Deutschland wohl bekannt. Man weiß auch, dass es zumindest in Frankreich inzwischen viele kritische Gegenstimmen gibt. Wie sich dieses staatlich vorgegebene und reglementierte Vorgehen auf die Jugend und die jungen Erwachsenen auswirkt, wird meines Wissens zu wenig untersucht. Oder es werden Studien gemacht, deren Ergebnis in vorher definierter Weise auszufallen hat. Das alles müsste man kritisch hinterfragen. Aber trotzdem wird in Deutschland inzwischen eine ganz ähnliche Einstellung zum Kind und zur frühen Fremdbetreuung propagiert, nur dass Deutschland als föderaler Staat so etwas nicht einfach durchsetzen kann und dadurch genügend Zeit bleibt, dass sich die kritischen Stimmen erheben können. Dazu kommt, dass Deutschland geschädigt ist, was zentralistisch-autoritäre Gesetzgebung angeht. Und so wird hier alles herauf- und herunter diskutiert, was auch den einen oder anderen Nachteil hat. Das Problem Frau und Beruf ist hochkomplex in jeder hochindustrialisierten Gesellschaft. Ich müsste einen Aufsatz schreiben, um dazu Stellung zu nehmen (in meinen beiden Büchern steht aber im jeweils letzten Kapitel bzw. Nachwort einiges). Die Gefahr ist jedenfalls, dass Kind und Mutter als für den Beruf benötigte Frau leicht auszuspielen sind, und sich die Politik dieser Möglichkeit freimütig bedient. Kurz gesagt: es gäbe auch ganz andere Lösungen, wenn sie denn bezahlt würden. Zu Ihren Kindern kann ich so nichts sagen, da das, was Sie schildern, durchaus mit dem Vorgehen in der frühen Fremdbetreuung zu tun haben kann, aber ebensogut auch "hausgemacht" sein kann. Was den Kindern in dieser Lage zugute kommt, ist ihre Anpassungfähgikeit. Sie geht zwar in dieser Konstellation zulasten des eigenen seelischen Kostüms, aber rettet sie vor dem emotionalen Zusammenbruch. Das Gegenprinzip als die gesündere Varaiante in der Entwicklung ist die Beachtung des Reifestandes eines Kindes und damit die Hinterfragung, was an Frühbetreuung einem Kleinkind zumutbar ist und was eben noch nicht. Viele Grüße
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