Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, unser Sohn (3J 4M) ist seit 3 Monaten im Kindergarten. Seit Neuestem zeigt er Loslösungsprobleme, d.h. er will mich nicht gehen lassen beim Bringen. (Dies war in den ersten drei Monaten überhaupt kein Problem.) Insgesamt gefallen ihm alle Aktivitäten mit der ganzen Gruppe sehr gut (Stuhlkreis, Turnen, etc), aber in der Freispielzeit scheint er sich unwohl zu fühlen und spielt nur allein. Zum einen hat er wohl das Gefühl, die anderen Kinder wollen nicht mit ihm spielen, zum anderen hat er noch nicht die Fähigkeit, auf andere zuzugehen und sich zu integrieren. Meinen Sie, wir sollen ihn für ein paar Wochen aus dem Kindergarten herausnehmen? Und: gibt es für Kinder in diesem Alter so etwas wie soziales Training bzw. wie sinnvoll wäre so etwas? Vielen Dank für Ihre wunderbare Arbeit und viele Grüße!
Hallo, mit gut 3 Jahren hat ein Kind noch nicht so viele soziale Kenntnisse, die Gruppenstrukturen zu erkennen und damit umzugehen. Es gefällt ihnen dann besser in geleiteten Aktionen, die von den Erzieherinnen überwacht werden. Das betrifft die Mahlzeiten, die Stuhlkreise und Gemeinschaftsspiele und vielleicht auch einige zusätzliche Angebote wie Basteln oder Turnen. Sind sich die Kinder dann aber selbst überlassen, wissen sie nicht, wie das Spiel gestalten können oder wie sie in schon bestehende Gruppen hinein kommen. Eigentlich sollten Erzieherinnen gerade die noch jungen Kinder in den Gruppen beobachten, um zu sehen, wie diese dort klar kommen. Vielleicht besprechen Sie das erst einmal mit den Erzieherinnen mit dem Ziel, ihrem Sohn bei der Aufnahme in eine Kinderspielgruppe behilflich zu sein. Möglicherweise sind dadurch schon alle Probleme gelöst. Passiert da aber nichts, haben Sie immer noch die Möglichkeit, Ihren Sohn vorübergehend wieder zu Hause zu lassen. Viele Grüße und danke für Ihr Lob
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