Mitglied inaktiv
Was halten Sie vom"offenen Konzept" im Kindergarten? Dort sind 62 kinder, sie sollen alleine entscheiden, auf was sie Lust haben und sich dann dorthin begeben - z.B. Bewegungsraum, basteln etc. Auch z.B. das Frühstück nehmen sie ein, wann sie wollen,mit wem sie wollen und wo sie wollen. Ist so ein offenes Konzept denn wirklich gut für die Kleinen? Oder ist nicht mehr Struktur besser? Vielen herzlichen Dank!!
Hallo, das offene Konzept in der Alltagsgestaltung des Kindergartens geht von mehr oder weniger idealtypischen Kindern aus. Wenn es solche Kinder gibt, dann sind es die, die sicher gebunden sind, erfolgreich losgelöst und ein weitgehend ausgewogenes Selbst besitzen. Diese Kinder entwickeln ausreichend Sozialkompetenz und Gruppenverständnis, so dass sie sich einordnen können, ihre persönlichen Wünschen und Vorstellungen mit denen anderer abstimmen und notfalls auch fähig sind, nachzugeben oder eine Niederlage einzustecken. Es gehört also eine gute Portion Selbstbewusstsein für diese Form der frühkindlichen Pädagogik. Die Mehrzahl der heutige Kinder ist leider ziemlich weit davon entfernt. Das uneingeschränkt offene Konzept eignet sich für diese Kinder eher nicht. Sie brauchen nicht individuelle Freiheiten zur Expansion, sondern einen relativ festen Rahmen, der ihre innerliche Unausgeglichenheit beseitigt. Da auch immer jüngere Kinder in die Gruppe aufgenommen werden, muss das bewährte Prinzip der festen Bezugsperson wieder aufleben. Denn die kleineren Kinder haben zu wenig Rüstzeug, sich allein im Gruppengeschehen einzufinden und mit den größeren Kindern erfolgreich zu konkurrieren. Gerade unter diesem Gesichtspunkt muss das offene Konzept neu durchdacht werden. Aber von der Sache her ist der Ansatz der richtige. Viele Grüße
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