Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, sie hatten gefragt, warum meine Tochter keinen Vormittagsplatz bekommen hat. Das kommt daher, weil ich noch ein Kind im Alter von 1 Jahr hier zu Hause habe, d.h. ich also nicht berufstätig bin und die berufstätigen Mütter verständlicher Weise bevorzugt werden und erst dann wird mit Kindern von nicht berufstätigen Müttern der Vormittagsplatz aufgestockt. Wir haben jetzt allerdings noch die Beobachtung gemacht, das sie sich, seit dem sie Nachmittags geht, generell schwierigkeiten hat, sich von mir zu lösen. d.h. wenn ich mal zum Arzt mußte, dann ist sie immer gerne bei ihrem Opa geblieben, oder wenn sie mit den Nachbarskindern gespielt hat und ich kurz zum Einkaufen ging, ist sie auch da geblieben, aber jetzt weint sie und will mit. In der Nachmittagsgruppe ist sie am Anfang die ersten 5 Tage auch da geblieben ohne zu weinen. Wir vermuten, das da irgendwas vorgefallen ist, weswegen sie sich jetzt nicht mehr lösen möchte. Oder ist das ein ganz normales Verhalten?
Hallo, wenn es so ist, wie Sie schreiben, dann ist tatsächlich zu vermuten, daß etwas Beängstigendes vorgefallen ist. Ihre Tochter wird das aber noch nicht benennen können. In solchen Fällen machen Kinder ihre regressiven Schleifen durch, gehen also einen Schritt zurück in ihrer Entwicklung, um sich selbst auf diese Weise zu "heilen". Das ist ganz normal und sollte auch akzeptiert werden. Auch hierbei sind die Eltern wieder Ko-regulatoren, d.h. sie machen die Sache mit und gewähren dem Kind die Gefühle, die es bei dem Wiedererleben der alten Rolle hat. Solche Regressionen dauern meist wenige Wochen, dann ist die Sache ausgestanden. Ich hoffe einmal, daß es bei Ihrer Tochter auch so ist. Sie können gerne wieder berichten. Viele Grüße
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