Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kindergarten

Frage: Kindergarten

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Hallo Dr. Posth, meine Tochter 3 1/2 Jahre geht jetzt seit knapp 5 Wochen in den Kindergarten. Sie hat einen Nachmittagsplatz und kannte dort keine Kinder. Ihre Freunde gehen alle vormittags. Die erste Woche ging sie auch gerne hin aber inzwischen ist es so, das überhaupt nicht hingehen mag. Sie weint fürchterlich. Und wenn ich sie Frage, warum sie nicht hingehen möchte, dann sagt sie, sie ist müde. Wir haben allerdings beobachtet, das wenn die Kinder im Begrüßungskreis sitzen sie an den Finger puhlt, also für uns eigentlich ein Zeichen, das sie sich sehr unsicher fühlt. Ich habe sie jetzt die letzten Wochen immer begleitet, bin dort geblieben. Sie spielt auch, meistens für sich alleine, aber sie spielt. Wenn ich dann aber sage, das ich jetzt gehen möchte, dann fängt sie an zu weinen und möchte mit. Bevor sie in den Kindergarten ging, war sie drei Vormittage die Woche im Spielkreis und dort ist gerne geblieben von Anfang an. Wir sind zur Zeit gerade etwas ratlos.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, je unsicherer sich ein Kind noch in der Gruppe im Ki-ga fühlt, desto mehr ist es auf Freunde oder schon bekannte Kinder angewiesen. Das gilt besonders für Kinder unter 4 Jahre. Nur eine Ersatzbezugsperson oder die Mutter selbst kann den Mangel beheben. Im Moment sind Sie es noch selbst, die dafür "herhalten" muß. Die sanfte Ablösung beinhaltet, daß die Rolle der Mutter auf die Ersatzbezugsperson über gehen muß, damit die Ablösung "atraumatisch" gelingt. Diesen Schritt signalisiert das Kind damit, daß die Mutter ohne Trennungsschmerz den Ki-ga verlassen darf. Solange muß sie aber aushalten. Sehr viel einfacher ist das Ganze, wenn schon ältere Geschwister oder gute Freunde im Ki-ga sind. Warum geht es nicht am Vormittag für Ihre Tochter? Viele Grüße


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