Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kind schlaegt mich

Frage: Kind schlaegt mich

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Hallo! Mein Sohn, fast 2 jahre, liebt derzeit folgendes Spiel: Er schlägt diverse Spielsachen mit der Hand und "tröstet" sie dann durch Blasen und Streicheln. Leider schlägt er manchmal auch auf mich drauf und schaut mich gespannt an, wie ich wohl darauf reagiere. Ich sage und zeige dann deutlich, dass es weh tut und ich das nicht will. Fordere ihn dann manchmal auch auf das "Aua" zu blasen und zu streicheln, damit es besser wird, wie ich es auch bei seinen Spielsachen mache. Seltsamerweise scheint er mich viel weniger gern zu trösten als seine Spielsachen, was mich auch etwas irritiert, oft ignoriert er es einfach, wenn ich ihn darum bitte. Vielleicht haben Sie dafuer eine Erklaerung? Meine zweite Frage: Wie soll ich reagieren, wenn er es immer wieder macht? Muss ich wirklich warten, bis sein Einfühlungsvermoegen halbwegs entwickelt ist oder gibt es eine (liebevolle)Möglichkeit, das vorher abzustellen? Es nervt mich nämlich wirklich sehr und es tut manchmal auch ziemlich weh...


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Empathie Hallo, wenn es Ihnen wirklich weh tut, dann haben Sie das Recht, sich den Attacken Ihres Sohnes zu entziehen oder ihn direkt daran zu hindern. Sie dürfen auch schimpfen und ein böses Gesicht machen. Warum Ihr Sohn so handelt, hängt mit seinen Erfahrungen der Empathie (s.a. gezielter Suchlauf) zusammen. Die Empathie ist der menschliche Einstieg in die Mitfühlsamkeit mit einem anderen Wesen. Sie setzt zwischen 1 1/2 und 2 Jahre ein und ist zunächst ausdrucksvermittelt. D.h. das Kind muß immer wieder dieselbe Erlebniskonstellation herstellen, um seine Erfahrungen aus der Reaktion und dem Verhalten der Bezugsperson herauszulesen. Daher dieser Wiederholungsdrang. Später mit etwas 4 Jahren genügt dem Kind das alleinige Verstehen der Situation, was bedeutet, daß es in diese Situation garnicht mehr selbst eingebunden sein muß, sondern sie nur (bei Anderen) zu beobachten braucht. Wie Sie auf die Attacken Ihres Sohnes konkret reagieren, ist Inhalt der Induktion (wieder gezielter Suchlauf). Sie müssen genau das vortäuschen oder darstellen, was Ihr Sohn angerichtet hat und als fehlerhaftes Handlen erkennen soll. Sie müssen also ihre Betroffenheit und Ihren Schmerz klar und deutlich zeigen, auch wenn alles nur halb so wild war. Ihr Sohn wird dann die Rolle umkehren und Sie so trösten, wie sonst Sie ihn trösten. Das ist der Sinn und Zweck dieser spielerischen Interaktion. Viele Grüße


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