Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

KiGa-Trauma?

Frage: KiGa-Trauma?

ekmef78

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Sehr geehrter Herr Posth! Mit 3 ist unsere Tochter (jetzt 4)in den KiGa gekommen und ging immer sehr gerne hin!Nun stach ein Junge als Reaktion auf eine Meinungsversch. seine Zahnbürste in ihr Auge, welches dabei leicht verletzt wurde! Sonst keine Zwischenfälle, soweit uns bekannt! Seit diesem Tag will sie nicht mehr in den KiGa, nichts kann sie überzeugen, alles ohne uns geht nicht mehr! Sagt, ihr Bauch möchte da nicht hin! Auch in anderen Situationen im Alltag reagiert sie ungewöhnlich! Weint viel und schnell, z.B beim ihrem Geburtstagständchen zu hause..sagt, sie wisse nicht, warum sie weint oder nennt "nichtige" Gründe! Wir werden sie jetzt erst einmal neu "eingewöhnen" , also mit hingehen und ein wenig da bleiben in der Hoffnung auf Besserung! Es scheint, als sei die Welt " da draussen" jetzt zu unsicher für sie, aber wie erklärt sich auch das andere Verhalten/viele Weinen?Wie sollten wir vorgehen? Was können wir tun? Danke!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, durch das Schreckerlebnis und die dabei entstandene Angst gerät ein ausreichend sensibles Kind in einen Konflikt, den es nicht lösen kann. Das macht das Kind traurig und verzagt. Der Konflikt besteht darin, dass etwas Liebgewonnenes wie der Ki-ga-besuch und die damit verbundenen Kontakte auf einmal eine Gefahr darstellen und nicht mehr so existieren wie vorher. Dadurch entsteht ein Verlustgefühl, das eben traurig stimmt. Das gilt insbesondere für sensible Kinder. Wie Sie jetzt damit umgehen ist genau richtig. Eltern sind dafür da, Enttäuschungen und Konflikt im Leben mit ihren Kindern durchzustehen. Dafür stehen weiterhin Bindung und Loslösung. Man sollte also vermeiden, sein Kind jetzt allzu sehr zu behüten und es ständig vor vergleichbaren Gefahren zu warnen, aber man sollte es nicht mit Parolen wie "da musst du durch" und "so ist das Leben" ein zweites Mal vor den Kopf stoßen. Das führte dann zu einem verstärkten Rückzug im Rahmen einer Entwicklungskrise. Viele Grüße


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