Mitglied inaktiv
Guten Tag Herr Dr. Posth, unsere Tochter ist im August 4 geworden und schläft wegen Schlafproblemen mit ihrem Bett im Elternschlafzimmer. Sie wacht ca 5 mal in der Woche nachts zwischen 2 - 4 Uhr mehrfach auf und schreit/träumt. Meist kann sie mit Körperkontakt schnell beruhigt werden manchmal dauert es 30 Minuten. Auffällig ist auch ihr Verhalten gegenüber Erwachsenen. Sie ist sehr schüchtern und spricht mit Erwachsenen so gut wie nicht. Sie ist sehr auf die Mutter fixiert und löst sich schwer, wobei Kita kein Problem ist. In der Kita fixiert sie sich allerdings auch stark auf ein Kind mit dem sie ständig spielt. Ihr Trotzverhalten ist sehr ausgeprägt und kann eine Stunde betragen. Sie schreit bis sie heiser ist. Dies tritt nur auf, wenn beide Eltern da sind und ist im urlaub extrem. Könnte dieses Verhalten an einer Frühen Fremdbetreuung ( ab 3. Monat durch Oma 3 Tage) liegen ? Sollen wir mit einem Kinderpsychologen sprechen ?? Vielen Dank Viele Grüße SylvV
Stichwort: Trotz Liebe Sylvia, die Großmutter ist keine Fremdbetreuung im eigentlichen Sinn. Erstens gehört sie zur Familie und zweitens tritt sie immer erst einmal parallel mit den Eltern beim Kind auf. So hat der Säugling genügend Zeit sich langsam an ihre Begleitung zu gewöhnen. Aber zwischen der Säuglingszeit und 4 Jahren liegt eine große zeitliche Spanne im Leben des Kindes, in der viel passieren kann. Verstärkter Trotz, der überdies bis zum 4. Lebensjahr und darüber hinaus dauert, ist meistens ein Zeichen für eine schlechte Loslösung (s. gezielter Suchlauf). Dadurch wird das Kind nicht richtig selbstständig und hält sich dann weiter verstärkt an die Mutter. Da das Kind aber spürt, dass ihm etwas entgeht, und es eigentlich in eine andere Entwicklungskategorie gehört, begehrt es gegen die funktionierende Bezugsperson, d.h. in der Regel die Mutter, auf. So scheint es auch bei Ihnen zu sein. Ist Ihre Tochter irgendwo fremd, hat sie Angst und sucht sich gleich eine Ersatzbezugperson, sofern eine zu finden ist. Notfalls hilft auch ein anderes Kind. Fremden Erwachsenen aber vertraut sie vorerst nicht und redet demzufolge auch nicht mit ihnen. Aber der Trotz sapielt sich natürlich zu Hause ab. Die Lösung kann nur darin bestehen, dass der Vater sich verstärkt um seine Tochter kümmert und viel mit ihr unternimmt. die Frage ist natürlich auch, wie die Ablösung in die Ki-ta abgelaufen ist. Dass es dort jetzt kein Problem gibt, heißt nicht, dass "Altlasten" entstanden sind. Ich weiß nicht wie schwerwiegend das Problem jetzt ist, aber eine Beratungsstelle für Erziehungsfragen sollten Sie vielleicht doch schon aufsuchen. Viele Grüße
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