Ottifant77
Hallo Dr. Posth, ich verstehe folgendes Verhalten meines Sohnes nicht: Generell hängt er sehr an meiner Frau, wenn er satt und fit ist, spielt er auch gerne mit mir. Ist er müde oder es geht ihm nicht gut, muss immer meine Frau "ran". Wenn mein Sohn bei mir ist und wir spielen ist er meistens fröhlich und lacht viel. Betritt meine Frau den Raum, krabbelt er aber oft - vor allem eben wenn er müde ist- zu ihr und meckert dabei. Geht sie dann wieder aus dem Raum fängt er furchtbar an zu weinen. Lenke ich ihn dann ab und wir spielen weiter ist wieder alles okay - ich kann dann sogar Arbeiten im Haushalt erledigen und er spielt etwas für sich. Meine Frau kann soetwas in einer ähnlichen Situation aber nicht. Dann krabbelt er ihr hinterher und "schimpft" solange, bis sie ihn wieder auf den Arm nimmt und mit sich herum trägt.So kommt es, dass meine Frau täglich sehr oft meinen Sohn mit sich trägt, was zunehmend anstrengend ist. Sie ist dann oft genervt.
Hallo, Ihr Sohn steht in seiner Entwicklung am Beginn der Loslösung (s. gezielter Suchlauf). Dafür ist das von Ihnen geschilderte Verhalten Ihres Sohnes typisch. Denn am Anfang der Loslösung steht die Anhänglichkeit (wieder Suchlauf). Das klingt zunächst widersprüchlich, ist es aber aus der Sicht drs Kindes nicht. Jedes Wagnis erzeugt Unsicherheit und Ängste und beides zusammen gemahnt immer wieder an die Bindung zur Mutter. Ist also die Mutter sichbar und greifbar, musste sie noch -wie magnetisch- angesteuert werden. Das Kleinkind braucht immer noch die Absicherung, dass die Mutter weiter im Sinne der sicheren Bindung verfügbar ist. Mit der Zeit verliert sich dieses Sicherheitsdenken. Dann geht ein Teil dieses Verhaltens auch auf den Vater über. Viele Grüße
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