Mitglied inaktiv
Hallo Dr.Posth, meine Kinder (9 und 5) gehen in die Schule bzw. den Kindergarten. Bislang kann ich mir meine Arbeitszeit selbst einteilen, da ich selbstständig bin, sodass die Kinder mittags von mir bzw. ab und zu den Großeltern abgeholt werden. Nun arbeiten alle anderen Frauen um mich herum fast alle Vollzeit und geben ihre Kinder mittags in den Hort. Meine Kinder sind davon komplett NICHT begeistert und ich überlege, wie es weitergehen könnte. Meine 'Frage ist nämlich, ob sich Kinder nach anfänglichen Eingewöhnungsproblemen in solch einer Einrichtung richtig wohl fühlen oder ob sie, wo sie eigentlich lieber zu Hause sein würden, einfach irgendwann resignieren. Haben Sie da Erfahrungen? Setz ich mich da zu sehr unter Druck, da es ja augenscheinlich in anderen Familien gut funktioniert oder ist meine Sorge berechtigt? Danke und Gruß Luna2009
Hallo, Sie haben Recht. Das ist eine grundsätzliche Frage. Man muss sich überlegen, wieviel Zeit vom Tage eigentlich noch bleibt für ein gemeinsames Leben von Eltern und Kindern, wenn alle Beteiligten den ganzen Tag in unterschiedliche Einrichtungen gehen (egal ob mit oder ohne Begeisterung). Das Argument, wir haben ja noch den Abend und das Wochenende, ist ein Hilfskonstruktion zur Erleichterung des schlechten Gewissns (sofern es sich überhaupt meldet). Abends sind alle Beteiligten vom Tage "kaputt" und meist gehen die Kinder bald zu Bett. außer einem gemeinsamen Abendessen bleibt nicht viel. An den Wochenenden aber müssen die Eltern das erledigen, was sie in der Woche nicht geschafft haben. Für die Kinder bleibt oftmals wieder nicht viel Zeit. Klar fühlen sich die Kinder zusammen mit vielen anderen Kindern wohl, und wenn sie zu Hause nur vor dem Fernseher abhängen, ist der Hort allemal besser. Aber es könnten ja zu Hause andere Angebote stattfinden. Auch einmal die Väter nachmittags zu Hause sein und es könnte wenigtens ein paarmal richtiges Familienleben stattfinden. Das täte allen Beteiligten sicher gut. Sie haben die Wahl. Viele Grüße
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