Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Fremdeln

Frage: Fremdeln

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Lieber Herr Dr. Posth, sehr schwieriges Thema. Meine Kleine (8,75M) fremdelt nicht bzw nicht in dem Maße, wie ich es bei anderen Babys beobachte. Sie wird teilweise in der Verwandtschaft oder bei Feiern "rumgereicht", kennt teilweise die Person, bei der sie auf dem Schoß sitzt, übehaupt nicht. Sie sucht nicht nach mir, bzw nach meinem Mann, sie ist überall ruhig und zufrieden. Jeder sagt uns, was für ein liebes Baby wir haben, dennoch wundere ich mich zunehmend über diese konsequente "Nichtbeachtung". Klar, sie freut sich, wenn sie uns sieht, aber sie streckt dann nicht aus lauter Begeisterung die Arme aus.Sie lacht nicht mit jedem, mustert oft minutenlang ohne Reaktion, aber sie schreit nicht oder weint um Unterstützung. Bin den ganzen Tag zu Hause und verbringe viiiiiiel Zeit mit ihr. Meine Frage: Worauf kann man ein Nicht-Fremdeln beziehen? Gestörtes Verhältnis, Urvertrauen??? Was muß ich -sollte es so bleiben- im weiteren Verlauf der Entwicklung beachten? Danke für Ihre Hilfe


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, in der Art und Weise wie ein Kind fremdelt und v.a. wie intensiv sehe ich mehr eine Ausdruck seines Charakters und Temperaments als schon einen Ausdruck der Bindungseigenschaften. Allerdings ist man besorgt, wenn ein Kind gar nicht fremdelt, ob die Beziehung zu seinen Eltern überhaupt stimmt. Ist das aber der Fall und stimmt die Beziehung, dann bleibt zunächst nur die Veranlagung. Lange Mustern und ernstes Anschauen ist übrigens auch Fremdeln, nur auf der 1. und untersten Stufe. Man muss sich aber davor hüten, ein solch schwach fremdelndes Kind den Begehrlichkeiten der anderen Menschen nach Baby-Kontakt kritiklos nachzugeben. Viele Grüße


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