Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Einführung der Fremdbetreuung

Frage: Einführung der Fremdbetreuung

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Lieber Herr Dr. Posth, ab Mai werde ich wieder halbe Tage arbeiten; meine Tochter ist dann ca. ein halbes Jahr alt. Sie wird derzeit voll gestillt, mit der entsprechenden Beikost möchte ich das Stillen im gesamten ersten Jahr fortsetzen. Wir haben eine liebevolle Kinderfrau gefunden, welche unsere Kleine bei uns zu Hause betreuen wird und haben eine Kennenlernphase von 3 Wochen vorgesehen. Wenn unsere Tochter ein Jahr alt ist, werde ich wieder ganze Tage im Büro sein. Welche Möglichkeiten gibt es, der Kleinen den Übergang so angenehm wie möglich zu gestalten und zu sehen, ob und wie gut sie ihn verkraftet? Was können wir tun, dass sie ein stabiles Urvertrauen aufbauen kann und keine Bindungsverwirrung auftritt? Nach dem Lesen vieler Bücher bin ich mittlerweile völlig verunsichert und voller Traurigkeit und schlechtem Gewissen, denn es scheint mir, als könne eine Fremdbetreuung/Berufstätigkeit nur der falsche Weg sein. Herzlichen Dank für Ihre Antwort und beste Grüße Dan


Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Fremdbetreuung Hallo, welche Bücher haben Sie denn gelesen? Ich wusste gar nicht, dass es so viele Bücher gibt, die sich gegen frühe Fremdbetreuung aussprechen. Aber in der Tat (s. auch mein eigenes Buch), frühe Fremdbetreuung ist ein hohes Risiko für das Kind. Aber es gibt eine Möglichkeit. Das wäre die, die das Großmutter-Prinzip wiederholt. Eine bestimmte Person, die Tagesmutter oder eine Bezugserzieherin, wird frühzeitig in die Betreuung des Kindes mit eingeführt (3 Wochen erscheinen mir etwas zu wenig zu sein) und versorgt den Säugling/das Kleinkind in der elterlichen Wohnung, solange die Mutter abwesend ist. Wichtig sind zwei Dinge: erstens sollte die Tagesmutter ähnlich einfühlsam sein, wie die Mutter, und die Bedürfnisse des Kindes rechtzeitig befriedigen. Sie mss dafür seine Gewohnheiten kennen. Und zweitens sollte die Dauer der mütterlichen Abwesenheit wenige Stunden nicht überschreiten. Unter diesen Bedingungen dürften keine entscheidenden Probleme in der Entwicklung des Kindes auftreten. Und noch eine Sache ist unbedingt zu beachten: die Tagesmutter darf ihre Kompetenz nicht überschreiten und in Konkurrenz zur leiblichen Mutter treten. Dann nämlich entsteht leicht eine Bindungsverwirrung mit negativen Auswirkungen. Viele Grüße


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