Aurora2010
Lieber Dr. Posth,ich bitte Sie um Ihre Einschätzung zu unserer Situation. Meine Tochter, 11 Mo., fremdelt seit mehreren Monaten unverändert stark. Niemand außer uns darf sie berühren,manchmal auch nicht anschauen.Sie meidet z.B. in der Spielgruppe den Kontakt zu Kindern + Müttern.Sie schaut interessiert aus einer sicheren Entfernung.Muss ich kurz den Raum verlassen,beginnt sie schnell panisch zu Schreien. Zuhause ist Flori wie ausgewechselt und verlässt meist meine Sichtweite zu Erkundungen.Allerdings ängstigt sie sich auch vor Sand + Stofftieren.Nun zwingt uns unsere finanz. Sit.,dass ich bald wieder arbeiten gehe und Flori bei der Tagesmutter eingewöhne.Denken Sie,dieses Verhalten wird sich maßgeblich ändern?Ich mache mir große Sorgen, ihr mit der Fremdbetreuung Schaden zuzufügen.Sind diese Sorgen aus Ihrer Sicht begründet?Dazu muss ich sagen,dass meine Mutter an einer chron. Schizophrenie erkrankt ist.Sie leidet heute noch unter der Vernachlässigung aus ihrer Kindheit.Vielen Dank!
Hallo, es kommt bei ängstlich veranlagten Kindern oft vor, dass das Fremdeln ziemlich nahtlos in die Anhänglichkeit am Anfang der Loslösung übergeht. Diese Kinder verhalten sich in der fremden Umgebung so wie Ihre Tochter. Eine Veranlagung zur Angst ist relativ weit verbreitet, eine Veranlagung zur Schizophrenie gottseidank etwas sehr seltenes. Sie sollten also wegen der Erkrankung Ihrer Mutter erst einmal keine Sorgen haben. Sicher können Sie Ihre Tochter auch an eine Tagesmutter gewöhnen, wobei Sie natürlich rechtzeitig anfangen müssen und auch vorsichtiger vorgehen müssen. Die Tagesmutter sollte wissen, dass sie es mit einem ängstlich veranlagten Kind zu tun hat und entsprechen einfühlsam reagieren. Eine längere sanfte Ablösung ist zu kalkulieren. Viele Grüße
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