Mimi46
Lieber Dr Posth, ich lese Ihre Seite aufmerksam und interessiert. Sie schreiben von der Wichtigkeit des ersten Jahres für die primäre Bindung. Jetzt interessiert mich, gerade in Anbetracht unserer Situation (ich schrieb letzte Woche: To 2 J, LL mit Vater schwierig, da konkurrierend mit Bezugserz, bin dadurch in Sorge, dass primäre Bindung auch evtl Gefahr, dass instabil oÄ) wie fest die Bindung denn nach dem ersten Jahr ist. Durch unsere Ausgangssituation gibt es immer mal Momente, in denen To zu mir will und weint, aber Vater zu trösten versucht und sie sieht, dass ich sie nicht nehme(n kann). Beeinflussen solche Momente oder auch angespannte Situationen durch den beginnenden Trotz denn noch die primäre Bindung oder sind solche Dinge von der Natur "eingeplant" und es ist tatsächlich das erste Jahr in dem eher eine erhöhte "Störanfälligkeit" vorliegt? Danke für Ihre Antwort letzte Wo. Herzlichen Dank!
Hallo, solche Dinge sind zunächst einmal sicher von der Natur eingeplant, bzw. haben sich über die Jahrtausende der menschlichen Evolution so eingeprägt. Das heißt aber nicht, dass deswegen keine Störanfälligkeit bestünde. Die Frage ist immer die, wieviel störenden Einfluss kann ein Kind aushalten und wieviel muss passieren, bis sich Entwicklungskrisen oder Beziehungsstörungen einstellen. Das rührt an die Frage der Resilienz oder seelischen Widerstandsfähigkeit. Nun ist das keine ganz feste Größe von Geburt an, sondern auch eine Entwicklung durch das, was dem Kind widerfährt. Je sicherer die Bindung im 1. Lebensjahr und je erfolgreicher die Loslösung im 2. bis 3. Lebensjahr, jeweils erst einmal als Grundsteine, desto höher die Resilienz. Der Trotz ist eigentlich nie eine Gefahr für Bindung oder Loslösung, denn er gehört ja zur natürlich Entwicklung des Selbst dazu. Gefahren können nur dadurch entstehen, dass die Eltern den Trotz nicht akzeptieren und ihn grundsätzlich zu unterdrücken versuchen. Viele Grüße
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