santa80
Hallo Herr Dr. Posth, Sohn, fast 6, mit 3 in Kiga. Harte Ablösung, fast 4 Mo. mit Weinen, bildete schon Trennungsangst, Erzieherinnen furchtbar, absolut kein Feingefühl u. kompl. falsches Konzept. Sohn 2 Jahre beim Abholen vermeidende Haltung. Sohn ging nie gerne. Da Sohn 2 Jahre fast nichts zugenommen u. sozial auffällig geworden war, Wechsel Kiga. Ab 1 Tag neuer Kiga freudige Begrüßung, mit Umarmen und Schmusen beim Abholen, Entwicklung jetzt super, Kind glücklich, isst wieder gerne etc. Was war denn hier mit der Bindung los? Danke für Ihre Arbeit.
Hallo, in meiner Nomenklatur bezeichnet ich solche frühkindlichen Reaktion auf zu starke emotionale Belastungen, die nicht von den Eltern vollständig ausgeglichen werden können, als Beziehungsstörungen. Das Problem für ds Kind besteht darin, dass es erleben muss, ändere Mächte in der Gemeinschaft, der Gesellschaft sind größer und stärker als die Macht seiner Eltern es effektiv beschützen zu können. Beziehungstörungen können aber auch auftreten, wenn die Eltern selbst erzieherische Fehler begehen und diese nicht rechtzeitig wieder korrigieren. Der Beziehungstörung voraus geht in häufigen Fällen ein konkrete Entwicklungskrise, weil die dem Kind gestellt Entwicklungsaufgabe zu groß ist und von ihm nicht zu bewältigen. Aber die Bindung bleibt bestehen. So sieht es auch die ICD 10 (offizieller medizinisch-psychologischer Diagnoseschlüssel) ohne konkret auf bindungstheoretische Grundlange einzugehen. Denn auch hier gibt es Sozialstörungen mit und ohne erhaltenen Bindungsstrukturen. Als eigentliche Bindungsstörungen bezeichne ich die dann manifest gewordenen Sozialstörungen innerhalb und außerhalb der Familie wie Trennungsangst, aggressiv-oppositionelles Verhalten oder eaktive Bindungsstörung. Aber das kommt für Sie nicht infrage. Viele Grüße
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