Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, meine 16 Monate alte Tochter hat seit ca. 6 Wochen extreme Angst vor Gleichaltrigen. Besonders ausgeprägt ist diese Angst gegenüber dem Kind, das ebenfalls von unserer Tagesmutter betreut wird. Amelie geht seit 3Wochen zur TM und ist ihr gegenüber sehr offen und zutraulich, vertraut ihr auch sehr. Das andere Kind (ein halbes Jahr älter) darf ihr aber keinesfalls zu nahe kommen, geschweige denn sie berühren. Die TM trägt sie daher den ganzen Tag, was ich aber nicht richtig finde. So wird sie ja in ihrer Angst bestätigt und hat keine Möglichkeit eigene Lösungen im Umgang mit dem Mädchen zu finden. Amelie ist grundsätzlich eher zurückhaltend und vorsichtig, aber nicht besonders ängstlich. Erwachsenen gegenüber ist sie nach einer kurzen Beobachtungszeit sehr offen, auch bei Kindern(z.B. in der Spielgruppe) hat sie bislang nicht so reagiert, auch wenn sie da zurückhaltender ist als bei Erwachsenen. Woran kann das liegen und wie können wir ihr helfen? VG, Ulrike
Liebe Ulrike, es ist denkbar, daß Ihre Tochter gar keine Angst vor dem anderen Kind hat, sondern dieses latent aggressiv von sich fern halten möchte. Das könnte damit zusammenhängen, daß sie die Ersatzbezugsperson ganz für sich allein beanspruchen möchte. Das kommt auch unter Geschwistern vor, ist aber meistens in den ersten Lebensmonaten des Geschwisterkindes abgearbeitet ("Entthronungstrauma", s. Suchlauf). Ihre Tagesmutter sollte sich allerdings bemühen, die beiden Kinder, quasi wie Geschwister, zusammenzubringen. D.h. sie sollte ein geführtes Spiel mit ihnen anfangen, in dem beide Kinder zu ihrer Geltung kommen. Mal wird das eine Kind hervorgehoben, mal das andere, je nachdem wie es die Spielsituation erlaubt. Viele Grüße
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