Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Angst vor anderen Kindern

Frage: Angst vor anderen Kindern

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Hallo Herr Dr. Posth, ich mache mir Gedanken über das Verhalten meines Sohnes (27 Monate). Er hat Angst vor anderen Kindern. Sobald gleichaltrige Kinder auf ihn zu kommen, sucht er Schutz bei mir. Wir gehen 1x die Woche zum Kinderturnen & zur Spielgruppe. Er spielt dort meist alleine und ich muss immer im selben Raum sein. Wenn er zB beim Turnen an einem Gerät an der Reihe ist und andere Kinder „drängeln sich vor“ macht er sofort Platz. Er traut sich nich alleine hin, wenn mehrere Kinder da sind. Am schlimmsten ist es wenn es laut ist. Er fürchtet sich eh vor allem, was laut ist. Kann es auch sein, dass er sich seiner selbst noch nicht bewußt ist & er deshalb so ängstlich und überrascht reagiert? Er spricht sehr viel. Doch immer häufiger spricht er von sich in der 2. Person z.B. „Die Mama soll dich anziehen“ „Du willst rutschen“ „Du hast das ganze Glas ausgetrunken“ Ist es sinnvoll, dass ich mit ihm die Eingewöhnung im KiGa mache, obwohl der Papa ihn zukünftig früh hinbringt?


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, Ängstlichkeit vor anderen Kindern ist eigentlich Ängstlichkeit vor der Gruppe. Die Kinder sind dann in ihrem Selbstständigkeitsbestreben noch nicht weit genug- um sich in der Gruppe ein Position zu erobern. Denn es ist nicht ganz einfach, vom Einzeldasein zum geminschaftlichen Dasein aufzurücken. Da gibt es Schwellenängste. Es gibt offensive Kinder, die ihren eigenen Standpunkt wenig reflektieren und sofort die Gruppe aufmischen. Aber es gibt auch die defensiven Typen, die erst einmal am Rande stehen, beobachten und noch abwarten.einzelkinder verhalten sich häufiger so. Es ist immer richtig und wichtig, dass solche Kinder bei der Aufnahme in Gruppengemeinschaften noch den Rückhalt bei den Eltern erhalten (Stichwort sanfte Ablösung, s. Suchlauf). Wenn die Loslösung klappt und der Vater ein akzeptiertes Vorbild ist, dann ist er auch gut für die Ablösung im Ki-ga. Er muss aber genauso zuverlässig sein wie die Mutter. Das sprachliche Problem kann aber auch ein rein sprachentwicklungs-bezogenes Problem sein, denn das Umdenken der Du-form auf die Ich-form bereits manchen Kindern im 2. Lebensjahr Schwierigkeiten. Viele Grüße


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