Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth, mein Sohn (2J,10M) geht seit über einem Jahr in den Kiga, dort läuft alles sehr gut, er ist beliebt, mag die Erzieher und wir sind sehr zufrieden. Dort ist er sehr selbständig (geht allein auf die Toilette, isst allein und schläft auch ohne Schnuller, den er nicht mehr wollte). Zu Hause möchte er seit einigen Wochen öfter gefüttert werden und kann ohne den Schnuller überhaupt nicht schlafen. Er fordert ihn ein und bekommt ihn auch (auch zum Schmusen tagsüber, was er häufig möchte). Passt er sich im Kiga so sehr an (aber alles ohne Druck, es geht lt. Erzieherin von ihm aus!), dass er zu Hause den "Rückfall" braucht? Man könnte den Eindruck haben, er sei im Kiga viel "reifer". Wir lassen ihn zu Hause gewähren und ermuntern ihm zum selbständigen Essen, füttern aber eben auch mal. Ist das richtig? Außerdem muss er sich demnächst wahrsch. einer Entfernung der Polypen unterziehen. Sollte man ihn darauf vorbereiten und wenn ja, wie? Viel. Dank für ihre Antwort
Hallo, es ist richtig so, wie Sie die Dinge interpretieren. Ihr Sohn passt sich im Ki-ga an, aber nicht, weil es die Erzieherinnen von ihm verlangen, sondern wahrscheinlich, weil er mit anderen Kindern gleichziehen möchte. In der altersgleichen Gruppe entsteht regelmäßig ein gewisser Gruppendruck, den die Erzieherinnen auch gar nicht verhindern können. Für die Kinder bedeutet dieser Anpassungsdruck aber Anstrengung, was dann dazu führt, dass sie zu Hause wieder teilweise in Regression (s. gezielter Suchlauf)gehen. Wie Sie im Moment darauf reagieren, ist völlig richtig. Bis zu einem gewissen Grad toleriert man diese Rückentwicklung, gibt aber immer wieder Reize, aus dem Zustand zur altersgemäßen Entwicklung zurückzukehren. In dieser Zeit verarbeitet das Kind einen Großteil seiner Konflikte. Viele Grüße
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