Sylvia Ubbens

Wird mein Kind ein Störenfried?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens!

Ich habe fünf Kinder und hielt meinen jüngsten - Maxi - immer für ein recht ausgeglichenes, "einfaches" Kind. Er ist ein kleiner Nerd, der Bücher liebt, gern Puzzle legt (bis zu 200 Teile) und fantasievoll mit seinen Tieren und Legos spielt, sanftmütig und liebevoll mit kleineren und selbstbewusst mit Großen.
Er kann sich hervorragend allein oder mit anderen Kindern beschäftigen.

Aber er erträgt es absolut nicht, nichts zu tun. Er braucht ständig Input - und holt sich den auch selbstständig.
Beim Vorlesen z.B. macht er immer noch etwas Stilles nebenbei, z.B. Lego oder seine Puppen umziehen. Wenn ich ihm dazu keine Möglichkeit gebe, werden es Kopfstände und Purzelbäume - was mich beim Lesen total nervt. Aber auch ein Abbrechen führt nicht dazu, dass er es sein lässt.

Aktuell habe ich große Angst, wie das in der Schule laufen soll, denn die Probeunterrichtsstunden waren eine Katastrophe. Gut lief nur Kunst: da hatte er etwas zu tun.
Überall anders das gleiche Spiel: Die Lehrerin erklärt etwas, er begreift sehr schnell, was gefordert wird und erledigt die Aufgabe, als bekäme er Bonbons für Geschwindigkeit. Dann ist er fertig, während die meisten anderen noch nicht mal begonnen haben - und langweilt sich.
Beim Zusehen im Unterricht: Alle Kinder sitzen bei ihren Eltern und schauen sich das wenigstens ein paar Minuten lang an - meiner sitzt 15 Sekunden, will dann alles im Raum anschauen, mit den Sachen spielen, die Schulkinder ansprechen. Oder langweilt sich.

Diese Langeweile ist das Problem. Er beginnt dann sofort, massiv zu stören, am Boden rumzukullern, zu blödeln, Geräusche zu machen, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen ... Auf alle Aufforderungen, bitte noch kurz still zu sein, damit die anderen Kinder in Ruhe arbeiten können, provoziert er bloß noch mehr und noch schlimmer, beschimpft mich als "so blöd", weil ich ihn da nicht spielen lasse.
Wir mussten die Stunden alle abbrechen, weil er die anderen so gestört hat.

Die Lehrerinnen haben gesagt, es sei sehr wichtig, dass er lernt, auch mal nur abzuwarten, weil er gerade nicht dran ist, aber ich habe keine Idee, wie ich das üben soll. Er kann gut abwarten - aber er sucht sich dann halt eine Beschäftigung. Genau das geht halt in der Schule nicht.

Was macht man da? Ich fühle mich völlig ratlos und habe Angst, dass mein Kind die gesamte Klasse aufmischen und nach wenigen Schultagen bereits seinen Ruf als Storenfried weg haben wird.
Leider kommen keine alternativen Schulen, in denen auf besonders schnelle oder langsame Kinder besondere Rücksicht genommen werden kann, in Frage. Wir haben sowas schlicht nicht in erreichbarer Nähe.

Habt Sie Tipps für mich?

von Rattenpack am 31.10.2019, 10:33 Uhr

 

Antwort auf:

Wird mein Kind ein Störenfried?

Liebe Rattenpack,

sprechen Sie mit den Erziehern. Wie verhält sich Ihr Sohn im Kindergarten? Gibt es dort Vorschulunterricht, bei dem Ihr Sohn in einer kleinen Gruppe zuhören und Aufgaben erledigen darf. Kann er es dort aushalten, schnell fertig zu werden und auf die anderen zu warten?

Sprechen Sie auch mit der Schulleitung. Welche Möglichkeiten sieht diese, wenn das Verhalten Ihres Sohnes auch im zukünftigen Schulalltag so sein sollte, wie er es derzeit zeigt? Gibt es z.B. ein Extraheft, in dem er arbeiten kann, wenn er fertig ist?
Ein Knautschball o.ä. kann helfen, ihn abzulenken.

Ggf. ist auch eine Ergotherapie eine hilfreiche Möglichkeit für Ihren Sohn. I.d.R. bieten Ergotherapeuten nicht nur Einzelstunden an, sondern auch Gruppenstunden, in denen "Geduld" gelernt werden kann.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 31.10.2019

Antwort auf:

Wird mein Kind ein Störenfried?

Wenn er sich gut still beschäftigen kann, dann lass ihn doch etwas malen (später lesen/rechnen) damit er nicht stört.

von Lovie am 01.11.2019

Antwort auf:

Wird mein Kind ein Störenfried?

Könntest du ihm vll Dinge (Spielkarten mit Infos, Malhefte, Vorschulhefte später dann Rätselbücher, Bücher mit Zusatzaufgaben, dominosteine... ) mitgeben, damit er sich damit beschäftigen kann, sobald er fertig ist?
Ich fände es sehr schade, wenn er gezwungen wird, still u tatenlos herumzusitzen u kann verstehen, dass er dann Quatsch macht.
Wenn Du das mit der Lehrerin abklärst, müsste sie das doch verstehen können u froh, um einen schnelllernenden Schüler sein, der aber durch diese zusatzmöglichkeiten nicht stört.
Ich würde das auf alle Fälle versuchen, da ja jedem geholfen ist. Deinem Sohn, weil er sich nicht langweilt U der Lehrerin, weil sie eben keinen "Störenfried" in der Klasse hat.
Noch dazu, muss sie sich keine extraaufgaben ausdenken, allerdings auch keine Disziplinarmaßnahmen...
Ich drücke euch die Daumen!

von Lisa31 am 01.11.2019

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