Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

 

Was kann ich machen, wenn unser Kind im Mittelpunkt stehen will?

Hallo, meine Freundin hat ein 8 Jährigen Sohn, und es gibt diverse wortwechsel zwischen meiner Freundin und dem Kindesvater.
Ich habe eine sehr gutes Verhältnis zu dem Jungen. Der junge Mann steht gerne mal in dem Mittelpunkt um Aufmerksamkeit bekommen.
Die Sache ist die, das der Junge zu uns sagt und auch zu anderen sagt, daß er nicht bei seinem Vater schlafen möchte, der Vater ihn aber bearbeitet und ihn quasi dazu zwanghaft überredet, erzählt uns alles was sein Vater zu ihm sagt und das sein Vater ihn ständig anmeckert, da der Vater ziemlich aufbrausent ist. Und wir sagen oft, daß er bei seinem Vater schlafen kann, wenn er es möchte und das im ganz normalen Ton, wie es sich gehört.

Und heute hat der Vater geschrieben, daß der junge gesagt, das seine Mutter nicht böse sein soll und nicht schimpfen soll, daß er bei ihm schläft.

Ist das Verhalten, auch ein Zeichen von im Mittelpunkt zu stehen oder ist ein Zeichen, daß der junge er ängstlich wirkt?

Können Sie mir da irgendwie eine Auskunft geben!

Lg

von Marco2501 am 12.06.2019, 18:49 Uhr

 

Antwort:

Was kann ich machen, wenn unser Kind im Mittelpunkt stehen will?

Lieber Marco2501,

meine Vorrednerin hat sehr gut geantwortet. Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 13.06.2019

Antwort:

Was kann ich machen, wenn unser Kind im Mittelpunkt stehen will?

Verstehe ich das richtig, dass der Junge der Sohn deiner Freundin ist? der Junge also bei euch lebt, mit dir als neuen Partner seiner Mutter und regelmäßig seinen Vater besucht und dort auch übernachtet?
Dann glaube ich, dass ihr sein Verhalten ein wenig falsch beurteilt.
Der Junge ist erst 8 - er kann mit der Situation, dass sein Vater und seine Mutter nicht mehr zusammen leben und seine Familie bilden, nicht so umgehen, wie ihr das als Erwachsene rational könnt.
Für ihn ist das so: er hat beide lieb und möchte von beiden auch lieb gehabt werden. Er wird mit diesen Aussagen eher versuchen, es jedem Elternteil sozusagen "recht zu machen". Seiner Mama, in dem er ihr sagt, er würde gar nicht so gerne beim Papa schlafen, der meckert eh immer etc. Schließlich hat er seine Mama lieb und die soll nicht denken, er hätte Papa lieber.
Ist er bei Papa, erzählt er diesem eben das, was er meint, was Papa zeigt, dass er ihn lieb hat.
Das wird natürlich umso heftiger, je mehr die Eltern sich evt. eh nicht wirklich gut verstehen. Dann versucht ein Kind erst recht, mit jedem eine Einheit zu bilden. Das Kind sitzt zwischen 2 Stühlen und versucht, es irgendwie allen recht zu machen bzw. das zu sagen, was er meint, der jeweilige Elternteil hören möchte.

Und genau so kann später das ganze umschlagen und das Kind wird versuchen, die Eltern gegeneinander auszuspielen - der Klassiker: "aber bei Papa/Mama darf ich das und da ist es eh viel toller" usw. Und auch das umso stärker, je mehr die Eltern ihr Kind in ihre evt. vorhandenen Streitigkeiten einbeziehen/miterleben lassen.

Unterstellt ihm mal nicht, er würde nur um Aufmerksamkeit buhlen sondern versucht mal ein Kind zu sehen, das damit zurecht kommen muss, dass Mama und Papa nicht mehr seine Familie bilden und er auch Ängste haben wird, das er evt. auch verlassen wird. Wenn Papa zB sich von Mama trennen kann, kann er das auch mit ihm machen. Wenn Mama einen neuen Freund hat, ist er dann überhaupt noch wichtig? Das denken Kinder. Die können mit den erwachsenen Erklärungen zu einer Trennung meist herzlich wenig anfangen.

von cube am 13.06.2019

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