Christiane Schuster

Stuhlgangproblem bei 7jähriger - absolute Ratlosigkeit

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Meine 7-jährige Tochter ist ein ganz tolles Kind. Sie ist altersgerecht sehr gut entwickelt, pfiffig/fröhlich, ist in der Schule eine der Besten, macht regelmäßig Sport, also alles in bester Ordnung nur leider macht sie immer mal wieder in die Hose.
Sie wurde mit 2 3/4 ohne Druck von alleine sauber (auch nachts) und alles klappte wunderbar. Ein Dreivierteljahr später ging es los. Sie hatte weichen breiigen Stuhlgang und er ging in die Hose. Während der nächsten 2 Jahre habe wir uns irgendwie mit diesem Problem durchgehangelt. Teilweise trug sie wieder Windeln, was jedoch mit zunehmendem Alter immer schwieriger wurde. Manchmal war das Problem auch (fast) verschwunden, bzw. man war darauf eingerichtet, es kamen aber immer wieder neue Phasen. Körperliche Untersuchungen lässt sie nur in sehr geringem Umfang und mit sehr viel Widerstand über sich ergehen. Ein Abtasten des Bauchraumes durch einen Arzt in der Kinderklinik war jedoch ohne Befund. Wir waren nach Rücksprache mit dem Kinderarzt auch bei einer Kindertherapeutin (analytisch) und haben eine tiefenpsychologisch fundierte ---therapie gemacht. Insgesamt waren die Besuche dort sehr gut und haben uns in unserem Miteinander gut geholfen, die tatsächliche Ursache des Problems konnten wir jedoch nicht herausfinden. (Evtl. ein Loslöslungs/Abgrenzungsproblem. sie kam per Kaiserschnitt zur Welt 3 Tage vor dem errechneten Termin, es hatten jedoch noch keine Wehen eingesetzt. Die Babyzeit war auch in verschiedenen anderen Bereichen recht schwierig). Durch den Tip einer Ernährungsberaterin haben wir dann festgestellt, dass sie eine (mittlere?)Fruchtzucker-Schlechtverträglichkeit hat. Jedoch auch diese Untersuchung ist nicht 100%ig abgelaufen, weil sie die 0,2 l Flüssigkeit die sie innerhalb einer halben Stunden trinken sollte (fast kein Geschmack) nach 2 Stunden immer noch nicht ausgetrunken hatte. (Es war der blanke Horror sie hat sich total gesperrt.) Die Ernährung wurde also entsprechend umgestellt und seitdem sie nun auch noch täglich ein Actimel (keine Schleichwerbung) trinkt (ca. 1 3/4 Jahre) hat sich eine spürbare Besserung eingestellt. Das Problem war zeitweise sogar über mehrere Wochen komplett verschwunden. Aber eben nur zeitweise. Sie kann beispielsweise im Urlaub bereits zum Frühstück Obst essen, verträgt Orangensaft - natürlich trotzdem nicht zuviel ... Und dann nachdem man gedacht hat, jetzt ist es geschafft, fängt alles urplötzlich wieder von vorne an. Es kann nicht der Fruchtzucker sein, denn darauf achten wir. Der Stuhl ist auch immer von unterschiedlicher Beschaffenheit. Manchmal ist es nur ein Schmieren, aber in solchem Ausmaß dass ein Wäschewechsel erforderlich ist. Manchmal geht ihr Luft ab, und dabei auch noch etwas mehr. Und manchmal (ich muss es leider mal ganz hart sagen) scheißt sie regelrecht in die Hose, 2 - 3 mal am Tag.
Ich bin mit meinem Latein am Ende und ganz fix und fertig, weil wir nicht wissen was los ist und was wir dagegen tun können. Sie klagt schon regelmäßig über unbestimmte Bauchschmerzen, aber zum einen weiß ich nicht was ich untersuchen lassen könnte, anderseits macht sie das ja auch sowieso nicht mit. Nächste Woche haben wir einen Termin bei einem Heilpraktiker und wollen homöophatische Mittel ausprobieren.
Ich kann jedoch nicht verstehen warum der Durchfall, bzw. weiche Stuhlgang, den sie ja nun doch oft hat, in die Hose gehen muss. Hier wäre ein Ansatz eine Schließmuskeluntersuchung, aber auch da sperrt sie sich mit allen Kräften. Andererseits gibt es wiederum Wochen in denen alles in Ordnung ist.
Unsere Familie ist komplett intakt und läuft gut, sie hat eine Schwester mit der sie sich gut versteht. Es sind Omas Opas, Onkel Tanten Cousinen/Cousins da mit denen sie viel und guten Kontakt hat. Sie hat Freunde mit denen sie regelmäßig spielt. In der Kindergartenzeit gab es keine Probleme und auch in der Schule (1. Klasse) läuft (auch nach ihren Aussagen) alles gut. Ich kann also nirgendwo Ansatzpunkte für seelische psychische Probleme finden und auch auf der körperlichen Seite scheint sowiet alles in Ordnung zu sein. Wir üben keinerlei Druck auf sie aus, und schimpfen auch nicht, wenn es mal wieder passiert ist. Es gibt lediglich einen kleinen Ansatzpunkt hinter dem vielleicht mehr steckt: sie hat irgendwie oft eine Grundangst in sich, die sich auf mich bezieht und darauf dass sie nicht von mir getrennt sein will. Obwohl sie zum Spielen weggeht und auch mal alleine zu Hause sein kann, gibt es wiederum bestimmte andere Dinge/Unternehmungen, die sie einfach nicht ohne mich tut. Ich habe ihr aber nie Grund dazu gegeben, Angst davor zu haben, dass ich nicht mehr da bin. Wir führen auch Gespräche darüber und ich versichere und zeige ihr auch immer und oft und viel, dass sie deswegen keine Angst haben muss und ich sie ganz doll lieb habe.

Was ist also mit ihr los? Warum kriegt sie das nicht in den Griff? Was sollen wir deswegen tun?

Viele Grüße von ganz ratlosen

C+K+H

von C+K+H am 12.02.2009, 16:45 Uhr

 

Antwort auf:

Stuhlgangproblem bei 7jähriger - absolute Ratlosigkeit

Hallo Ratsuchende
Während ich Ihren Bericht lese kommt mir der Gedanke, dass vermutlich schon viel zuviel getan (therapiert, untersucht) wurde, wobei ich Ihre Sorgen natürlich sehr gut verstehen kann, da man als vaerantwortungsvolle Eltern Alles versucht um eine Normalität zu erreichen und vor allen Dingen ein harmonisches Miteinander.
Meiner Ansicht nach scheint Ihre Tochter sehr hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen und setzt sich selbst unter Druck, was zu Nervosität und zu Störungen im Magen-Darm-Trakt führt. Diese Störungen treten dann in unterschiedlicher Intensität auf, da Ihre Tochter auch zeitlich unterschiedliche Ansprüche stellt.
Diese Vermutung habe ich aber als Pädagogin und nicht als eigentlich zuständige Psychologin, möchte ich hier eindeutig klarstellen.
Eigentlich müßte ich Sie jetzt an einen Psychologen verweisen, sodass ich Ihnen in diesem Forum lediglich meine persönliche Meinung -auch als Mutter- mitteilen möchte:

Sprechen Sie sich bitte einmal mit Ihrer Tochter ab, dass Sie mal eine Zeit lang überhaupt nichts Besonderes unternehmen -auch keine besonderen Gespräche über das Thema: Verdauung-, da sie ja merkt, wenn sie muß -wie jedes andere Kind in ihrem Alter auch-. Auch kann sie zur Toilette gehen, wie alle Ihre FreundInnen. Sollte sie Durchfall, bzw. dünnen Stuhl haben, DARF sie sich aus einem geriebenen Apfel und einer Banane einen leckeren Nachtisch SELBER zubereiten oder auch hin und wieder Cola trinken und dazu Salzstangen essen. Ob ein Mediziner diesen letzten Rat hören darf, weiß ich allerdings nicht.:-) Meinen Kindern hat es recht schnell geholfen wieder zu einem normalen Stuhlgang zu kommen.-

Achten Sie insgesamt auf einen möglichst ruhigen, geregelten Tagesablauf Ihrer Tochter, sodass sie auch mal Zeit findet zur Ruhe zu kommen. Verzichten Sie entsprechend auf mehr als 1 Interessengruppe, da die Schule und die Hausaufgaben schon anspruchsvoll genug sind.

Auf ein Feedback in ca. 14 Tagen bin ich gespannt und ich hoffe für Ihre Tochter ganz besonders, dass es positiv ausfällt.

Liebe Grüße und: bis bald?

von Christiane Schuster am 12.02.2009

Antwort auf:

Stuhlgangproblem bei 7jähriger - absolute Ratlosigkeit

Hallo C+K+H
Ich habe dir eine PN geschickt. Schau mal in dein Postfach
Lg, Tina

von tina14 am 12.02.2009

Antwort:

an Tina: bitte nochmal schicken

Hallo, kannst du mir die Mail bitte nochmal schicken. Ich hatte gleichzeitig eine Spam-Nachricht und habe beim Löschen versehentlich in die falsche Zeile geklickt.

Danke dir

C+K+H

von C+K+H am 13.02.2009

Antwort auf:

Stuhlgangproblem bei 7jähriger - absolute Ratlosigkeit

erledigt
Lg, Tina

von tina14 am 13.02.2009

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