Christiane Schuster

Soooo quirlig ...

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo Frau Schuster !

Vielleicht erinnern Sie sich noch, ich bin die Mami mit dem Agility-Zwerg und der „Festung“ im Garten – und mein momentanes Problem(chen) geht wieder in eine ähnliche Richtung.

Ich hatte Ihnen ja damals schon geschrieben, daß unser Sohn Moritz (nun schon fast 16 M.) ein totaler Quirl ist, von füh bis spät auf den Beinen (ausgenommen eine Stunde Mittagsschlaf), der Action, Action, Action und immer wieder neue Eindrücke braucht. Und eben da liegt das Problem. Im Prinzip bin ich wirklich froh und auch ein wenig stolz, daß Moritz so ein neugieriges, aufgewecktes Kerlchen ist, aaaaaber .... wie es im Leben wohl oft so kommen muß, hatte ich die letzten zwei Woche so etwas wie ein Schlüsselerlebnis. Von heute auf morgen war auf einmal nicht klar, ob ich nicht ein paar Tage im Krankenhaus verbringen müßte, weil ich wieder schwanger war und es zu Blutungen kam. Letztlich haben wir am letzten Wochenende unsere Zwillinge in der 10.SSW verloren – glücklicherweise mußte mein Sohn nur einen Tag ganz ohne mich auskommen, aber diese Sache hat mich doch sehr nachdenklich gemacht:

Moritz braucht wirklich ständig und immer wieder etwas neues. Einen ganzen Tag nur zu Hause zu verbringen z.B., ist schlichtweg unmöglich, selbst mit großem Garten. Spätestens nachmittags geht dann das Genörgel (mir ist ja soooo langweilig) los und steigert sich in´s Unerträgliche. Zu diesem Zeitpunkt haben wir dann bereits sämtliche Zimmer erkundet und auf den Kopf gestellt und alles Spielzeug und sämtliche „Tricks“ durchprobiert. Genauso: Eine Weile mal ruhig auf meinem Schoß verbringen, ein Buch anschauen, Fingerspiele oder ähnliches: Langweilig, abgelehnt. Wenn er mit mir kuschelt (und das tut er schon, ganz so schlimm ist es dann auch nicht (-: ), dann nur, wenn wir uns zusammen hinlegen (dann muß er allerdings schon seeehr müde sein) oder wenn ich ihn auf dem Arm spazierentrage. --- Ich habe in der letzten Woche (natürlich entsprechend geschwächt durch den Abort), erst richtig gemerkt, wie anstrengend mein Kind ist, wenn es mir nicht sooo gut geht und ich sein Aktivitätslevel nicht halten kann. Ein weiterer Punkt ist das (ständige, leidige Thema) Einschlafen: Ich stille ihn in den Schlaf und tue das gerne, ABER: Es gibt eigentlich keine wirkliche Alternative, ihn irgendwie „einzulullen“, wenn ich wirklich mal abends nicht verfügbar wäre.

Meine Frage an Sie ist nun, ob es nicht irgendwie möglich ist, mehr Ruhe in mein Kind zu bekommen – und ihm zum Beispiel auch schmackhaft zu machen, sich länger mit ein und derselben Sache zu beschäftigen, ohne gleich alles in die Ecke zu schmeißen, wenn es nicht so funktioniert, wie er sich das vorstellt. Wie gesagt: Eigentlich habe ich persönlich kein Problem mit Moritz´ Temperament, aaaber .....

Bin gespannt auf Ihre Antwort !!!
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Silke

von Silke am 26.05.2000, 21:12 Uhr

 

Antwort:

Soooo langer Text - und doch noch was vergessen:

Hallo Silke
Dass Sie Ihre Zwillinge verloren haben, tut mir sehr leid; aber es ist auch von Vorteil, wenn die Natur sich selbst hilft.-
Mit Moritz beschäftigen Sie sich Ihrer Schilderung nach etwas zuviel. Das halten Sie selbst auf Dauer nicht durch und Moritz kann sich zu einem nervösen Jungen entwickeln, der vor lauter Angeboten nicht weiß, womit er sich zuerst und wie er sich beschäftigen soll.
Gestalten Sie seinen Haupt-Aufenthaltsort in eine fast Spielzeug freie Zone um. Stellen Sie ihm nur eine Kiste mit konstruktivem Material wie: Duplo, Brio-Eisenbahn u.ä. hin und schlagen Sie ihm dazu Spielmöglichkeiten vor. Wenn er nach einer Zeit anfängt zu nörgeln, sagen Sie ihm, dass Sie etwas anderes zu erledigen haben und singen Sie während der Ausübung Ihrer Tätigkeit. Lassen Sie Ihren Sohn unbesorgt weiter nörgeln. Er muss lernen, dass Sie nicht fortwährend für ihn allein da sein können. Sagen Sie ihm das wiederholte Male. Schlagen Sie ihm nach einer Weile eine andere Spielmöglichkeit mit dem gleichen Material vor, ohne dass Sie mitspielen.
So geben Sie optimale Hilfe zur Selbsthilfe. Versuchen Sie den Tagesablauf möglichst gleichmäßig zu gestalten, damit Ihr Sohn erkennen kann, wann Sie Zeit für ihn haben, wann Sie spazieren gehen, usw. Die Zeit-Zwischenräume wird er bald von sich aus und allein ausfüllen können.
Zum Nachtrag: Probieren Sie es einmal aus, aber sagen Sie ihm, dass Sie weggehen und wann Sie wiederkommen, damit er sich darauf einstellen lernt.

Bis bald?

von Christiane Schuster am 29.05.2000

Antwort:

Soooo langer Text - und doch noch was vergessen:

... zum Thema Einschlafen haben wir uns überlegt, ob wir den "Notfall" nicht einfach mal ausprobieren sollen: Sprich: Ich geh rechtzeitig aus dem Haus (solange ich da bin läuft sowieso nur Mama ....) und bleibe mit Telefon in Reichweite, falls es nicht klappt - und Papi schaut mal, wie weit er kommt. Was halten Sie von der Idee ?

Noch mehr liebe Grüße,
Silke

von nochmal am 26.05.2000

Antwort auf:

Soooo quirlig ...

Hallo Silke,
ich habe auch lange mit diesem "Problem" gekämpft. Unser Sohn, knapp 4, war und ist auch so. Daher weiß ich wie anstrengend das sein kann. Natürlich wird es mit der Zeit besser, jetzt kann er sich auch schon mal einige Zeit selber beschäftigen.
Anfangs war ich manchmal richtig besorgt, weil er nie selber in ein Buch sieht, puzzelt, malt etc. Mittlerweile kenne ich aber einige andere Kinder die auch so sind und das beruhigt etwas.
Seit unser Sohn Freunde hat die jeden Tag kommen ist es für uns nicht mehr so anstrengend. Ich muß nur anschließend immer die ganze Wohnung aufräumen und mein Mann flippt manchmal wegen dem Trubel aus. Aber es ist viel besser als ständig den Amateur für ein gelangweiltes Kind zu machen. Das ist auch mein Tip: Freunde einladen, sie beschäftigen sich dann gegenseitig. Sie lernen auch voneinander andere Spiele. Ich merke, daß es meinem Sohn sehr viel bringt.

Bis dahin, viel Geduld und Spaß, Heike

von Heike am 27.05.2000

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