Sylvia Ubbens

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Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,
vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort letzte Woche!
Ich hatte Ihnen beschrieben, dass unser Sohn (2,5 Jahre) derzeit extrem bockig ist, häufig ausrastet, uns tritt und haut und brüllt, als würde ihm sonstwas geschehen, obwohl wir gar nichts machen, sondern er einfach nur seinen Willen nicht bekommt. Er hat vor ein paar Wochen ein Geschwisterchen bekommen, geht ganztags in den Kindergarten, beziehen ihn zuhause aber so oft wie möglich ein, bei der Babypflege, im Haushalt darf er auch helfen, wenn er mag, mein Mann geht viel raus mit ihm,...

Sie meinten, in ein paar Wochen würden sich die Wogen glätten.
Ich habe gerade aber den Eindruck, als würde es derzeit noch schlimmer werden! Wenn wir ihn ins Bett bringen, ist alles gut, wir lesen ein Buch, kuscheln dann noch, etc. Dann kündigen wir an, dass gleich Schlafenszeit ist. Nach fünf Minuten gehen wir dann raus - und dann legt er nochmal richtig los. Er tobt wütend im Bett herum, tritt gegen die Wand, brüllt und wenn er merkt, wir kommen trotzdem nicht wieder, fängt er an zu heulen.
Wir gehen dann noch einmal rein, trösten ihn, sagen, dass es trotzdem Schlafenszeit ist und gehen wieder. Er versucht das Gleiche dann noch einmal, meistens hört er dann aber ganz schnell auf.
Ist es so, wie wir es machen, richtig? Warum hört er dann nicht irgendwann auch mal auf damit?

Außerdem fällt mir auf, dass er, wenn er weint, immer häufiger das Baby imitiert. Meint er, dass er so schneller seinen Willen bekommt?

Und noch etwas: Heute habe ich ihn früher vom KiGa abgeholt. Er wirkte auf mich richtig traurig/nachdenklich/gedankenversunken. Er reagierte gar nicht, wenn ich ihn was fragte, erst, als ich ihn kitzelte, lachte er kurz. Leider waren die Erzieher im Gespräch mit anderen Eltern, ich konnte nicht klären, ob irgendetwas vorgefallen war.

Ich habe wegen dem Ganztags-Kiga echt ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Aber es war nur ein 45-Stunden-Platz frei. Und ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, wie ich unserem Sohn zuhause den ganzen Tag gerecht werden sollte, weil das Baby mich mit Stillen etc. schon sehr vereinnahmt. Ist es dann so nicht vielleicht die bessere Lösung, als wenn er zuhause immer nur zu hören bekommt, er solle jetzt mal warten und dies nicht und das nicht machen?

Ich habe ganz allgemein den Eindruck, dass ihm die Gesamtsituation zu viel wird. Das Baby, er den ganzen Tag im KiGa, Papa viel am Arbeiten,...
Wie können wir ihm denn "beweisen", dass wir ihn genauso lieb haben wie vorher und sich daran nichts geändert hat?

Danke im Voraus für Ihre Antwort!

von Glückskex am 29.09.2014, 13:55 Uhr

 

Antwort auf:

Noch eine Frage

Liebe Glückskex,

wenn Sie die Möglichkeit haben und es Ihnen nicht zuviel wird, dann holen Sie Ihren Sohn in der nächsten Zeit doch etwas früher aus der Kita ab. Hat er sich gut eingefunden, dann können Sie die Zeiten ja wieder ausdehnen.

Ihr Sohn darf ruhig wütend werden, wenn er schlafen soll. Da Sie ihn beruhigen, wenn er weint, ist alles o.k.

Die meisten "großen" Geschwister imitieren zeitweise das Baby. Das ist ganz normal. Manchmal ist es das Weinen, oft das Geplapper oder die Bewegung.

Schenken Sie Ihrem Sohn weiterhin Aufmerksamkeit und bieten ihm Kuscheleinheiten an. Beim Stillen können Sie auch mit ihm kuscheln oder ein Buch vorlesen. So muss er nicht warten. Mit kleinen Zeiten der ungeteilten Aufmerksamkeit "beweisen" Sie ihm, dass Sie ihn lieb haben. Sagen Sie es ihm auch gerne.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 29.09.2014

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