Christiane Schuster

Neues Aulsoten der Rechte?

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo Christiane,
meine kleine Große ist jetzt 3 1/2, Scheidungskind und seit Dezember hat sie nun sowohl beim Papa, der wieder verheiratet ist, als auch bei mir ein Geschwisterchen.
Während Kimberly jedoch mit unserem Baby (Nico ist jetzt fünf Monate alt) von Anfang an gut zurecht kam, ihn überall dabei haben will und auch ansonsten sehr zärtlich und fürsorglich mit ihm umgeht, bestraft sie ihr jüngeres Brüderchen beim Papa mit Nichtachtung und reagiert sehr eifersüchtig, sobald sich ihr Papa auch nur für das Baby interessiert.
Seither hat sie auch sehr nahe am Wasser gebaut. Das heißt, wann immer man ihr etwas sagt, das ihr gerade nicht zu passen scheint, holt sie tief Luft und beginnt in einer sehr nervigen Tonlage zu heulen. Das klingt so gekünstelt, selbst wenn dicke Tränen rollen, daß ich manchmal aufpassen muß, sie nicht auszulachen, anstatt ihr den Trost zu bieten, den sie sicher im Augenblick situationsbedingt braucht, manchmal jedoch macht mich dieser Tonfall aber auch einfach nur wütend. Wütend, weil ich ihr nicht helfen kann, wütend, weil sie nicht einmal weiß, warum sie jetzt weint. Manchmal laufen ihr auch einfach nur die Tränen. Von jetzt auf nachher. Völlig tonlos und sie sagt, spricht man sie darauf an, daß sie doch gar nicht weine!
Ich frage mich, ist das jetzt nur ein neues Ausloten ihrer Rechte bei Papa und Mama? Die Grenzen neu abstecken, um so auch mit Eifersucht und einem evtl. Gefühl des "Zurückgesetztseins" klarzukommen oder muß ich diesem Verhalten doch noch sehr viel mehr Aufmerksamkeit widmen, um spätere Probleme zu verhindern. Derzeit gehe ich einfach nicht direkt darauf ein. Ich nehme sie lediglich in den Arm und wiege sie solange, bis sie sich von alleine beruhigt hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß alles Ansprechen und Hinterfragen es nur noch schlimmer macht.

Hast Du nicht einen Tip?

von Kerstin Keller am 19.01.2000, 12:29 Uhr

 

Antwort auf:

Neues Aulsoten der Rechte?

Hallo Kerstin
Sie verhalten sich genau richtig, indem Sie in solchen Situationen liebevoll mit Ihrer Tochter umgehen. Sie wird mit der Tatsache, dass hier und dort noch ein 2.Kind ist, einfach noch nicht fertig. Da sie in Ihrem Haushalt lebt, hat sie sich an die neue Lage schneller gewöhnen können. Haben Sie noch ein wenig Geduld und: Sie selbst sind auch nur ein Mensch! Wenn Sie einmal wütend werden, singen Sie ein Lied, das Sie und Ihre Tochter wieder ausgeglichener werden läßt.
Bis bald?

von Christiane Schuster am 20.01.2000

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