Christiane Schuster

Kleine Jungen

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo Frau Schuster,
mein Problem ist mir selbst etwas peinlich aber es ist absolut ernst gemeint (ich bin kein Perverser). Mein Soh ist jetzt 18 Monate alt und wir sind recht locker im Umgang mit Nacktheit und Körperkontakt (zB baden wir beide mit ihm und er weiß auch schon, daß er und Papa ein Spatzi haben und Mama eine Muschi - obwohl er darauf besteht, daß es Ball heißt). Fabian greift andere Kinder gerne an und verteilt auch großzügig Küsschen - außer an die Mama. Er spielt auch total lieb mit seiner Puppe. Heute war eine Freundin mit Ihren zwei Töchtern bei uns und wir haben alle drei in die Wanne gesteckt. Fabian hat das eine Mädchen (auch 18 Monate) zuerst am Bauch und dann am Po angegriffen und sein Penis wurde dabei steif. Er hat dann abwechselnd seinen steifen Penis und das Mädchen angegriffen. Er hat gar nicht so glücklich dabei ausgesehen, vielleicht weil er eine enge Vorhaut hat, der Arzt hat gemeint, ich soll ein Auge darauf haben. Es hat ihm also vielleicht gespannt. Das Mädchen wollte das nicht und er hat dann auch nach kurzer Zeit aufgehört. Mir war das ziemlich peinlich, andererseits möchte ich meinem Sohn auch keine Hemmungen anerziehen.
Womit ich ziemlich überfordert bin, das ist die Grenze, wann ist es freihe Erziehung und eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper und wann wäre es meine Aufgabe als Mutter solch Dinge (vorallem wenn andere Kinder im Spiel sind) zu bremsen?
Danke
Brigitte

von Brigitte am 05.02.2000, 23:19 Uhr

 

Antwort auf:

Kleine Jungen

Hallo Brigitte
Betrachten Sie die ganze Sexualität als etwas durch und durch Normales. Ihr Sohn hat sich bei dem Badewannenspiel nichts gedacht, und dem Mädchen war es einfach nur unangenehm, "angegriffen" zu werden.Beide hatten keine sexuellen Hintergedanken, da sie gar nicht wissen, was das ist. Das der eigene Körper beobachtet wird, ist ein natürlicher Vorgang. Wenn Ihr Sohn sich verletzt, beobachtet er die entstandene Wunde genauso wie seinen plötzlich steif gewordenen Penis. Geben Sie Ihrem Sohn auf alle Fragen eine Antwort, aber greifen Sie nicht vor. Erklären Sie von sich aus etwas, besteht die Gefahr, dass er es nicht versteht und anfängt zu grübeln. Verhalten Sie sich so selbstverständlich wie möglich. Spielen andere Kinder bei Ihnen, versuchen Sie sich die Meinung der anderen Familie vorzustellen und finden Sie einen Kompromiß. Im Zweifelsfall: reden Sie miteinander über eine geplante Aktion und deren mögliche Folgen, wie z.B. gemeinsames Baden. Vertrauen Sie Ihrem eigenen Gefühl und Ihrem eigenen gesunden Menschenverstand. Je natürlicher mit einer Sache umgegangen wird, umso weniger Komplikationen -nicht nur in der Sexualerziehung- wird es geben.
Bis bald?

von Christiane Schuster am 07.02.2000

Antwort auf:

Kleine Jungen

Hallo Brigitte!
Ich habe drei Mädchen (6,5,3 Jahre) und einen Sohn, der 2 geworden ist. Beim Wickeln, wenn er mal weint oder beim Baden, wenn er Angst vor dem Abduschen der Haare hat, bekommt er auch einen steifen Penis. Anfangs bin ich auch erschrocken. Ein kleiner Junge weiß doch gar nicht, was da mit ihm geschieht.
Ich sehe das als Ausdruck von Emotionen und ganz natürlich.

von Sandra am 07.02.2000

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