Sylvia Ubbens

Klassenarbeit

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,
mein Sohn 9 geht in die 3. Klasse und war bisher immer ein guter Schüler, worauf er auch sehr stolz ist.
In letzter Zeit hat er aber so gar keine Lust mehr auf Hausaufgaben und Lernen. Ich versuche ihn eigentlich nicht unter Druck zu setzen, bin aber doch sehr Konsequent dahinter.
Bei den letzten 2 Klassenarbeiten vor den Ferien hat er so gut wie gar nicht gelernt.
Jetzt hat er in Mathe eine 3 geschrieben- bisher immer 1er und hat die Note auf der Klassenarbeit übermalt und daneben eine 2 geschrieben.
Die hat er mir dann heute zum Unterschreiben vorgelegt. Ich habe es natürlich gemerkt und war wirklich sehr sauer.
Ich habe ihm gesagt, dass das Urkundenfälschung ist und das man so etwas nicht tun darf.
Er hat sehr geweint und mich gebeten, es nicht seinem Lehrer zu sagen.
Auf meine Frage, warum er das getan hat, meinte er, er wollte nicht, dass ich mit ihm schimpfe und er wollte mich nicht enttäuschen.
Er hat jetzt erstmal bis auf weiteres Fernsehverbot und hat von sich aus gesagt, dass er täglich 30 min Mathe üben möchte.
Was soll ich jetzt tun? Was wäre pädagogisch am Besten, damit er so etwas nicht wieder macht?
Zur Schule gehen und dem Lehrer alles sagen?
Ich hoffe, Sie haben eine Rat für mich.

Lg
Cindy

von Cindy25 am 13.01.2020, 22:41 Uhr

 

Antwort auf:

Klassenarbeit

Liebe Cindy,

wie meine Vorrednerin schon schreibt, steht Ihr Sohn sehr unter Druck. Er hat Angst Sie zu enttäuschen. Natürlich war es nicht in Ordnung von Ihrem Sohn, die Zensur zu verändern, dennoch sollten Sie nicht zu streng mit ihm sein. Der Versuch, Mama zu täuschen, darf natürlich im familiären Umfeld Konsequenzen tragen, ein Fernsehverbot (wie lange?) haben Sie ja schon ausgesprochen. Die Lehrerin kontrolliert sicherlich, ob die Unterschrift der Eltern geleistet wurde und wird erkennen, dass Ihr Sohn täuschen wollte und wird dies mit ihm besprechen, so dass von Ihrer Seite hier keine Schritte erfolgen müssen.
Das von Ihrem Sohn selbst ausgesprochene 30-minütige Lernen muss nicht sein. Das würde Ihren Sohn überfordern. Sie achten darauf, dass Ihr Sohn auf dem aktuellen Stand bleibt und auch noch Zeit zum Spielen hat.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 14.01.2020

Antwort auf:

Klassenarbeit

Naja, wenn dein Sohn Angst hat, er würde dich mit einer 3 - was keine wirklich schlechte Note ist - enttäuschen, scheint er sehr wohl Druck zu verspüren.
Du schreibst ja, du bist sehr hinterher - das zeigt einem Kind natürlich auch, wie wichtig dir gute Noten sind.
Nun musst du auch bedenken - der Sprung in di 3. Klasse ist die große Hürde in der GS.
Der Stoff aus Klasse 1/2 (Schuleingangsphase) ist jetzt gesetzt und wird nicht mehr wiederholt.
In Kl. 1/2 wird der Stoff praktisch immer wieder wiederholt, nochmal ein paar Aufgaben wie die vor 6 Wochen, nochmal ein bisschen 20er-Bereich zum festigen usw - das ist in Kl. 3 vorbei.
Jetzt kommt nur neuer Stoff, der auf 1/2 aufbaut.
Sehr viele Kinder sacken da mal kurzfristig ab.
Es ist wirklich eine Umstellung und nicht ohne Grund ist Ende der 2. genau der Punkt an dem sich entscheidet, welche Kinder 1 Jahr länger Zeit benötigen für die Schuleingangsphase.
Dein Sohn ist aber offenbar bisher sehr gut gewesen - merkt aber sicher dennoch die Umstellung und das er jetzt eben vielleicht nicht mehr alles so einfach versteht und besser kann als viele andere.
Sei mir nicht böse - aber ihm jetzt die Hölle heiß zu machen wegen einer 3 und seiner Angst vor deiner Enttäuschung wird ihm eher nicht helfen. Auch die Strafe TV-Verbot nicht und jeden Tag 30 Min. üben ... naja, die Kinder haben schon einen langen "Arbeitstag" und der geht dann als Strafe bzw für´s Nicht-Erreichen der gewohnten 1 zu Hause gleich weiter.
Und das er die Note ändern wollte entsprang ja auch seiner Befürchtung, du könntest enttäuscht sein. Es ist dennoch nicht ok, aber ich denke er hat es verstanden und braucht keine Strafe dafür. (Eine Klassenarbeit ist übrigens keine Urkunde).

Ich würde ihn eher aufbauen, dass es normal ist, auch mal eine normal gute Note zu schreiben. Ihn eher motivieren, dir zu sagen, wenn er evt. Hilfe braucht.
Lass die Zügel mal ein bisschen lockerer und versuche eher, ihm jetzt zur Seite zu stehen als Druck zu machen. Bisher war es alles einfach für ihn - jetzt zieht es eben an und er muss sich auch erst mal neu zurecht finden.

von cube am 14.01.2020

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