Sylvia Ubbens

Kind setzt sich nicht durch

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,
meine Tochter ist fast 2 Jahre alt und lässt sich in der Kita alles gefallen, d.h. wenn jemand ihr Spielzeug wegnimmt, lässt sie es entweder einfach zu oder weint und wendet sich den Erziehern zu, in der Hoffnung auf Hilfe. Ermutigungen wie „Halte es fest“, „es ist deins“, könnten hoffentlich helfen, sie zu bestärken, aber was könnte man in anderen Situationen machen, wenn z.B. das Spielzeug bereits weggenommen wurde und man dann erst die Situation bemerkt? „Hole es dir wieder“ ist wohl nicht die beste Lösung, denke ich. Ich bin leider ein bisschen einfallslos in dieser Richtung bzw möchte nichts falsch machen; wir müssen aber lt. Kita dringend daran arbeiten. Zuhause ist sie übrigens derzeit ziemlich „aufmüpfig“ gegenüber uns Eltern und will hier immer ihren Willen durchsetzen, allerdings weint/schreit sie auch hier wie in der Kita schnell, wenn ihr irgendwas nicht passt. Wie können wir diese zunehmend anstrengendere Situation zuhause meistern und ihr im Umgang mit anderen Kindern mehr Mut machen?
Vielen Dank im Voraus!

von maren856 am 01.10.2019, 17:50 Uhr

 

Antwort auf:

Kind setzt sich nicht durch

Liebe Maren856,

ich kann mich der Antwort meiner Vorrednerin anschließen und werde die Worte hier nicht wiederholen. Nur soviel: Im Kindergarten sind die Erzieher zuständig, geschilderte Situationen mit Ihrer Tochter zu meistern. Diese sollten Ihrer Tochter hilfreich zur Seite stehen und ggf. für sie sprechen.

Was Sie zu Hause machen können ist, solche Situationen im Rollenspiel mit Ihrer Tochter nachspielen. Nehmen Sie ein paar Kuscheltiere oder Puppen. Machen Sie daraus ein "Puppentheater". A nimmt B das Spielzeug weg, B reagiert, wie auch Ihre Tochter bestenfalls reagieren kann/sollte. Spielen Sie dieses Spiel regelmäßig. Ihre Tochter kann sich so von B abgucken, wie sie selbst handeln kann.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 03.10.2019

Antwort auf:

Kind setzt sich nicht durch

Mit 2 ist sie noch viel zu klein, solche Situationen selbst zu klären oder eine Aufforderung wie "es ist dein, hol es dir wieder" umzusetzen. Das müsst ihr mit ihr machen. Indem ihr mit ihr zu dem anderen Kind geht, diesem sagt "das hatte aber gerade x, gib es ihr bitte wieder". Und im Zweifelsfall dem Kind das Spielzeug eben aus der Hand nehmt und es euerm Kind zurück gebt. Außerdem könnt ihr mit ihr "Stop" sagen üben - "stop, ich will das nicht". Normalerweise wird sowas auch in den Kiga´s vermittelt. Ich hoffe nicht, der Kiga sagt nur "hol es dir wieder", sondern begleitet die Kinder bei diesem Lernprozess?
Das sie weint und schreit - ja nun, sie ist nicht mal 2, nicht 6. Natürlich äußert sie ihren Unmut eher in toben, kreischen etc :-) Sind es verständliche Enttäuschungen wie "nein, heute gibt es kein Eis mehr" kann man auch durchaus trösten und zu verstehen geben, dass man die Enttäuschung darüber versteht. Oft hilft es sehr gut, wenn die Kinder sich eben verstanden fühlen.
Ist es eher so, dass es reiner Trotz ist, müsst ihr das eben aushalten. Redet nicht auf sie ein, sondern ignoriert es einfach oder kündigt an, dass es euch zu laut ist und ihr deswegen jetzt den Raum verlasst.
Aber grundsätzlich befindet sie sich halt gerade in einer Phase, wo sie "testet", was sie alles durchsetzen bzw. erreichen kann und am liebsten alles selbst bestimmen will. Das ist normal ;-)

von cube am 01.10.2019

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