Sylvia Ubbens

Ich weiß nicht mehr weiter

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Ich hatte heute einen tollen Nachmittag mit meiner Tochter (2,5 Jahre). Zum Abschluss sind wir in ein Fastfood Restaurant. Das machen wir Super selten und daher war es etwas sehr besonderes, worüber sie sich sehr freute. Irgendwann war es dann Zeit zu gehen. Das kündigte ich mehrmals an, bis es dann soweit war. Dann begann sie vor mir wegzulaufen. Offensichtlich ein Spiel für sie. Ich versuchte, ihr deutlich zu machen, dass ich es ernst meine und sie gern anziehen würde. Keine Chance. Erst als ich selbst langsam zum Ausgang ging, kam sie dann. Wollte den schneeanzug immernoch nicht anziehen. Ich dachte, ok, wenn wir draußen sind, wird sie merken, dass es zu
Kalt ist. Pustekuchen. Sie fand es super. Sie ist aktuell eh schon erkältet und es war viiieel zu kalt. Ohne Anzug ging es nicht. Aber sie wehrte sich. Ich fand mich mit ihr auf dem Boden ringend wieder. Trotzdem keine Chance. Dann stand ich da. Hilflos, verzweifelt...Und fing an zu weinen. Das drang offenbar zu ihr durch und sie war ganz verzweifelt, weil sie es anscheinend nicht ertragen konnte, mich weinen zu sehen. So durfte ich ihr dann den Anzug anziehen. Ich fand das alles so furchtbar. Ich will nicht so hilflos mit ihr sein. Wie bekomme ich sie zum kooperieren? Was habe ich falsch gemacht? Sie ist generell sehr willensstark und wir haben leider häufig solche machtkämpfe. Das schlaucht so ungemein und ich möchte das nicht mehr. Vielen Dank.

von Annehamburg am 22.01.2020, 20:27 Uhr

 

Antwort auf:

Ich weiß nicht mehr weiter

Liebe Annehamburg,

meine Vorrednerinnen haben gemeinsam schon ganz gute Antworten gegeben. Kurz zusammengefasst: Sie sollten nicht mehrfach ankündigen zu gehen. Sie kündigen es bestenfalls einmal an und beim nächsten Mal geht es dann auch. "Du kannst das Buch noch zu Ende angucken, dann gehen wir nach Hause." o.ä.. Genauso in anderen Situationen. Kündigen Sie einmal an, dass es gleich ins Bad geht, dass es gleich Essen gibt usw.. Und dann geht es kurze Zeit später ins Bad oder an den Essenstisch.

Sie sind die Mama, Sie dürfen klare Ansagen machen, die dann auch umgesetzt werden. Ihre Tochter darf Ihre konsequente Haltung erfahren, damit sie lernt, dass beispielsweise das Weglaufen kein Spiel ist.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 24.01.2020

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Ich weiß nicht mehr weiter

Hm. Was in deinen Text auffällt sind möchte und würde.... Wenn es schon so akut ist, entscheidest du als Mama. Punkt. Vermutlich hätte ich das Kind ohne Anzug ins Auto gepackt, da ist es nicht so schlimm mit der Kälte und wäre heim gefahren. Bedenke auch, Kinder bewegen sich oft viel und merken schon selbst wenn sie frieren. Würde deshalb den einzelnen Handlungen nicht so viel Bedeutung schenken, eher dem Fakt dass sie auch mitkommt wenn ihr nach Hause geht.

von hubert am 22.01.2020

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Ich weiß nicht mehr weiter

Das Kind ist 2,5 Jahre alt. Der “tolle” Tag, hat sie sicher aufgedreht. Und dann gibt auch noch jede Menge Kohlenhydrate.
Dass das Kind dann unruhig ist, ist nicht ungewöhnlich.
Würde, hätte, sollte- das ist kein Zeichen für klare Ansagen!
Besser ist es, konsequent und mit “muss” aufzutreten.
Also, nicht bitten und betteln, sondern klare Ansagen machen!
Sage: “Wir gehen JETZT nach Hause!”
“Ich ziehe dir JETZT den Schneeanzug an.”
“Wenn du den Schneeanzug nicht anziehst, musst du halt frieren!”
Und dann auch konsequent sein und das durchzuziehen!
Krank wird man durch Viren und Bakterien, nicht durch Kälte.
In dem Alter hilft kein rumgeeiere ,sondern klare Ansagen und ein selbstbewusstes Verhalten der Eltern!
Dass du rumheulst deswegen, finde ich sehr befremdlich. Kinder hören halt nicht immer und haben ihren eigenen Willen.
Aber das zeigt auch, wie sehr dich dein Kind schon “im Griff” hat.
In eurer Nähe gibt es sicherlich eine Erziehungsberatung von der Caritas, der AWO oder ähnlichen Institutionen.
Vielleicht kannst du dich ja dort beraten lassen.

von 3wildehühner am 23.01.2020

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Ich weiß nicht mehr weiter

Dein Wunsch, dein Kind zur Kooperation zu bewegen ist grundsätzlich richtig - aber es gibt Situationen, wo DU bestimmst. Und eben nicht weiter versuchst, sie mit "bitte" und sonst etwas dazu zu bewegen, doch einzusehen, dass sie auf dich hören soll. Erwarte von einem so jungen Kind nicht Einsicht in deine Vorgaben wie zB Ski-Anzug anziehen.
Du kannst viele Situationen sicher über ein Spiel auflösen - wie zB eben aus ihrem Weglaufen (typisch eigentlich in dem Alter) tatsächlich kurz ein Spiel zu machen. "Oh, du bist aber schnell - mal sehen, ob ich dich fangen kann". So kannst du ihr schon entgegenkommen - aber am Ende bleibt es dabei, dass du bestimmst, wann Schluss ist oder das sich nun angezogen werden soll.
In der Situation gehen wollen & anziehen würde ich Prioritäten setzen - was ist dir jetzt wichtiger: das ihr wie angekündigt geht - oder das sie sich zusätzlich auch noch anzieht?
Ich würde sagen, das "wir gehen JETZT" hat Priorität - auf den Anzug würde ich dann pfeifen wenn ich merke, das macht nur das nächste Fass auf.
Deinen Text versteh ich so, dass du gerne alles immer schön nett & harmonisch möchtest regeln möchtest und darauf hoffst, dass dein Kind doch einsehen muss, das der Ski-Anzug (oder andere Dinge) bitte bitte sinnvoll sind. Vergiss das ;-) Sie darf (muss) auch lernen, dass sie nicht bestimmt. Sie darf in einigen Dingen mit entscheiden (den roten oder blauen Pulli), aber entscheiden, den Rahmen setzen tust DU. Trau dir selbst zu, auch mal nicht nett zu sein im Sinne von "mein Kind soll doch nicht weinen müssen". Das wird nicht funktionieren und Kinder müssen auch lernen, mit Enttäuschungen umzugehen und damit, das nicht immer alles FriedeFreudeEierkuchen ist.
DU musst klar sein in dem, was du möchtest. Sie kann dir nicht folgen, wenn du selbst unsicher bist, weil du möglichst keine Tränen möchtest.

von cube am 24.01.2020

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