Christiane Schuster

Erziehungsfehler oder liegt es am Kind?? (Nachmittagsschlaf)

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo,

wir haben ein Problem mit unserer kleinen Tochter,welche jetzt 1 Jahr alt ist.
Und zwar schläft sie tagsüber recht wenig. Insgesamt würde ich von ca. 1 Std ausgehen.
In den ersten Lebensmonaten war noch alles gut, nun packen uns aber langsam die Sorgen,
dass Sie zu wenig schlaf bekommt und ob wir was falsch machen.

kurzer Tagesablauf:
-Aufgestanden wird um ca. 7h.
-gefrühstückt (Brot geschnitten und sie nimmt es sich selber - sie will alles selber machen)
da wir ein Brot nicht für ausreichend empfinden, bekommt sie danach noch eine ca.240ml Flasche (mit SINLAC)
-dann wird gespielt und meine Frau versucht ein wenig den Haushalt zu machen, was aber kaum gelingt,
sie sehr an ihr rumhängt und nur kurzzeitig "alleine" spielt.
-um ca.11h ist sie dann so quengelig, dass sie eigentlich schon seid längerem ins Bett gehört (Augen werden auch schon gerieben).
das klappt aber nur teilweise problemlos. Sie ringt mich sich selber wach zu bleiben. Wir bleiben auch bei ihr am Bett stehen oder tragen sie herum.
Wir haben es auf verschiedene Arten über einen längeren Zeitraum probiert. Mal länger schreien lassen und im 4 Minuten Takt bei ihr schauen um ihr klar zu machen, dass man noch da ist.
aber das bekommen wir irgendwie schon hin. Sie wacht aber spätestens nach einer halben Stunde wieder auf.
-Mittagessen steht dann auf dem Plan. Entweder selbstgekochtes oder aus dem Glas/Becher. Sie will sich schon richtig mit einbinden und mag es nach 10 Löffeln nicht mehr gefüttert zu werden.
Dann dreht sie den Kopf weg und will den Löffel selber in die Hand nehmen. Soll sie natürlich auch, aber man kann sich ja vorstellen wo das endet. Wir geben ihr einfach einen zweiten Löffel
in die Hand, mit welchem sie dann in dem Essen rumspielt und wir füttern sie weiter.
-dann wieder Spielzeit. Wir beschäftigen uns mit ihr, sie soll aber auch gleichzeitig lernen, dass nicht immer einer im Raum ist. Wir reden dann auch laut, so dass sie hört, dass wir da sind.
-nach einiger Zeit wird sie dann quengelig und unausstehbar. Weint, heult, reibt sich die Augen und gehört einfach nur ins Bett um Energie zu tanken. Das klappt aber dann gar nicht mehr.
Sie stellt sich in ihrem Bettchen auf und nach einiger Zeit ist sie wieder putzmunter...
Nimmt man sie sich aber in die "Manduca" (an den Körper) dann schläft sie. Letztens bei mir sogar über 2 Stunden. Oder man legt sie in den Kinderwagen und fährt rum. Dann schläft sie auch.
Aber das mit den 2 Stunden war wirklich eine ausnahme, weil sie sonst nur eine halbe Stunde schläft.
-dann nochmal rumgrabbeln lassen.
-Abendessen. Brot und anschliessend Brei. Brei wieder mit zwei Löffeln.
-19h Zähnchen putzen und ab ins Bettchen, weil sich natürlich die Augen beim Abendessen gerieben werden und der Kopf schon fast umfällt.
Wir haben ein Abendritual. Es wird gesungen und rumgetragen und dann hingelegt. Meistens wacht sie dann nach einiger Zeit nochmal auf und schaut sich um. Falls dann niemand da ist geht natürlich das
GEschrei wieder los. Meistens bleibe ich aber noch gut 10 Minuten am Bettchen stehen, so dass sie mich ansieht und erkennt dass sie nicht alleine ist.
Die Nächte variieren. Meist schläft sie durch und nur ab und zu haben wir sie zu Gast bei uns, weil sie sonst nicht weiter schläft.

Ich hoffe ich habe nichts vergessen.

Was ich noch sagen muß ist, dass wenn sich die Oma um sie kümmert es kein gemecker gibt beim spielen oder so.
Machen wir was an der Erziehung falsch?
Reicht eine Stunde schlaf am Tag für eine 1-Jährige?
Tipps und Tricks für uns???
Man kommt wirklich zu nichts am Tag...

Vielen Dank.

Tobias

von Yogix am 18.05.2011, 08:16 Uhr

 

Antwort auf:

Erziehungsfehler oder liegt es am Kind?? (Nachmittagsschlaf)

Hallo Tobias
Sie machen überhaupt nichts verkehrt, solange Ihre Tochter insgesamt einen ausgeglichenen Eindruck auf Sie macht und Ihre Frau und Sie ebenfalls zufrieden und beinahe ausgeschlafen sind.
Das Schlafbedürfnis und auch die Schlafmenge sind sehr individuell und verändern sich immer wieder einmal.

Wenn möglich. tragen Sie Ihre Tochter regelmäßig zu den Zeiten, wenn sie quengelig, weil müde zu werden beginnt in der "Manduca" oder in einer anderen Tragehilfe.

Nehmen Sie sie möglichst in den Raum mit, in Dem sich Eine ihrer vertrautesten Bezugspersonen aufhält. Dort kann sie Ihnen "helfen", indem sie ebenfalls eine Plastikschüssel zum Rühren, ein Tuch zum "Putzen" oder eine Schublade zum Aus- und Einräumen erhält, damit sich Ihre Tochter an Ihrem, bzw. an der Handlungsweise Ihrer Frau orientieren kann.

Nutzen Sie das Bett Ihrer Tochter immer mal wieder auch als "Spielzimmer", wie Sie ebenfalls im Wohnzimmer ein Laufgitter gemütlich und Sicherheit vermittelnd (niemals als Strafe) aufstellen können.

Schreit Ihre Tochter dennoch, weil sich kaum ein Kind ihres Alters freiwillig zum Schlafen ins Bett legen lassen wird, bieten Sie ihr ein Kuscheltier, ein Schnuffeltuch o.Ä. als Trösterle und Beschützer an. Damit DARF sie dann im Bett spielen, bzw. sich "nur ausruhen", bis ihr die Augen hoffentlich bald von ganz alleine zufallen werden.

Kleinkinder haben einen derart großen Erfahrungs- und Bewegungsdrang, dass sie freiwillig ihre Augen nicht schließen möchten.

Dass Ihre Tochter bei der Oma kaum meckert liegt daran, dass die Oma etwas Besonderes und Ihre Frau und Sie etwas Selbstverständliches sind. Wer liebt nicht das Besondere?-

Liebe Grüße und: es ist alles okay, wenn Alle zufrieden und gesund sind -ob mit viel oder wenig Schlaf, mit großem Appetit oder mal mit weniger Appetit- !

Bis bald?

von Christiane Schuster am 18.05.2011

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